Enno Bunger hat das erlebt, was niemand von uns durchmachen will: Sowohl seine Freundin als auch die Partnerin seines besten Freundes erkrankten an Krebs. Um das zu verarbeiten, hat der Songschreiber ein Album geschrieben.

Wie umgehen damit, wenn der beste Freund, die Kommilitonin, die Cousine mit Mitte Zwanzig an Krebs erkrankt? Der Musiker Enno Bunger kann das beantworten: Sowohl Ennos Freundin als auch die Partnerin seines besten Freundes und Schlagzeugers erkrankten innerhalb weniger Monate beide an Krebs. Beide sind unter 30 Jahre alt.

Diagnose Krebs mit Ende 20 - wenn das Leben stehen bleibt

Ennos Freundin Sarah geht es inzwischen sehr gut, sie gilt als geheilt. Seine enge Freundin Lena starb jedoch an Leukämie, trotz Knochenmarkspende.

"Ich habe versucht, mir den Frust von der Seele zu schreiben."
Enno Bunger, Musiker

"Es gibt Dinge, die passieren, für die man erst mal keine Worte mehr findet", sagt der Singer-Songwriter über die Zeit. Für die Schicksalsschläge fand der Musiker aber welche, die er erst mal in sein Tagebuch packte. Schon bald wurde daraus Material für ein Album, "Was berührt, das bleibt" erschien diesen Sommer.

Die Platte sei eine Therapie für diese Zeit gewesen, gibt Enno zu. "Es war nicht der Plan, dass daraus ein Album wird - ich wollte erst mal für mich selbst klar kommen."

"Natürlich klingt in jedem Song mit, dass unsere Zeit endlich ist. Das kann aber auch ein Antrieb sein, Dinge zu verwirklichen."
Enno Bunger, Musiker

Die Geschichten, die Enno Bunger auf dem Album erzählt, sind natürlich ausgesprochen traurig: Er beschreibt etwa den Moment, wo seine Freundin im Krankenhaus die Diagnose bekam.

Trotzdem sind die Texte durchaus positiv: In "Konfetti" nimmt er etwa direkten Abschied von seiner guten Freundin Lena – doch statt nur zu trauern, fokussiert sich Enno auf ihre Lebensfreude: "Lena war ein unglaublich inspirierender Mensch, und ich wollte dem gerecht werden."

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Auch auf seinen Konzerten spricht Enno Bunger über die schwermütigen Hintergründe seiner Musik. "Es gab bei den letzten zehn Konzerten keine Show, wo ich nicht irgendwelche Menschen gesehen habe, die geheult haben", berichtet der Songschreiber. Dass seine Songs das Publikum so emotional erreichen, nimmt Enno aber als großes Kompliment.