Musikproduzenten sind die Nerds hinter den Künstlern. Sie schreiben Songs mit und geben im Studio die Richtung vor – wie ein Trainer beim Sport. Jeder Produzent versteht seinen Job aber ganz anders.

Gordon Raphael ist Musikproduzent. Er hat mit den Strokes, den Beatsteaks oder Regina Spektor gearbeitet und bringt auch seine eigene Musik raus. Durch die Arbeit an seinen eigenen Songs, hat er sich seinen Job als Produzent selbst beigebracht.

"I help people that want to go into a studio. I can help them to have an interesting experience and come out with a result that they are happy to listen to."
​Gordon Raphael, Musikproduzent

In seinem eigenen Studio sucht er dann die richtigen Mikros für die Aufnahme aus und sitzt am Mischpult. Bei ihm sollen also Platten entstehen, die die Bands glücklich machen. Als Produzent für andere Künstler greift Gordon auch in die Songs ein, ändert Songtexte oder spielt selbst Instrumente mit ein, wenn das für die Künstler o.k. ist.

Fußballtrainer am Mischpult

Er wird im Studio so etwas wie ein neues Bandmitglied und verändert die Songs mit den Musikern. Man kann den Produzenten mit dem Trainer einer Fußballmannschaft vergleichen. Er gibt Tipps, spornt die Leute an und läuft auch mal mit. Jeder Produzent hat, wie jeder Trainer auch, seinen eigenen Stil beim Arbeiten. jeder beschreibt seinen Job anders. So auch Linda Gerdes vom Hamburger Clouds-Hill-Studio.

"Ich sage zwar meine Meinung, aber ich bin nicht so klassisch im Schreibprozess beteiligt. Es gibt aber auch Produzenten, die das auch nicht machen, sich aber trotzdem Produzenten nennen."
Linda Gerdes, Tontechnikerin

Sie sei aber selbst keine Produzentin, so Linda. Sie ist Engineer – Tontechnikerin. Als Fußballtrainerin würde sie wohl eher Tipps geben. Klare Vorschriften macht sie nicht. Linda entscheidet im Studio, wo welches Mikro steht oder welche Gitarrenverstärker benutzt werden.

Band sucht Produzent

Die Musiker suchen sich meistens ganz gezielt die Produzenten aus. Wenn die Band dann im Studio steht, ist übrigens auch ein bisschen Psychologie gefragt meint Linda. "Für mich ist Engineer-Sein auch, dafür zu sorgen, dass die Band sich wohlfühlt und einen möglichst guten Take spielt." Der Berliner Produzent Tom nennt sich Silkersoft und erklärt, dass Produktionen im HipHop oder Techno ganz anders laufen.

"Ich weiß, dass viele HipHop-Produzenten massenhaft Beats am Fließband produzieren, die dann rausgeben und dann gar nix mehr damit zu tun haben."
Silkesoft, Musikproduzent

HipHop-Produzenten sind in erster Linie Beat-Bastler. Oder um mal bei dem Vergleich zu bleiben: Im Rap-Geschäft taucht der Produzent oder eben der Trainer meistens gar nicht erst beim Spiel auf. Künstler, wie der verstorbene Avicii, nennen sich übrigens auch "Produzenten" und machen ihre eigenen Tracks – produzieren sich also selbst.

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