Der Musikstreamingdienst Spotify geht an die Börse. Das Unternehmen hat seinen Umsatz zwar massiv gesteigert, 2017 lag der Verlust vor Steuern trotzdem bei 1,2 Milliarden Euro. 

Ein Umsatzplus von fast 40 Prozent - das klingt nach richtig großem Erfolg. Und trotzdem schreibt der Musikstreamingdienst Spotify keine schwarzen Zahlen. Im Gegenteil. Der Grund dafür sind die hohen Lizenzkosten für die Musik, die der Streamingdienst seinen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stellt.

Denn an jedem gestreamten Song verdienen die Plattenlabel mit: Von jedem Dollar, den Spotify einnimmt, gehen 75 Cent an die Musikindustrie. Das heißt: Je mehr Nutzer Spotify hat, je mehr Musik die hören, desto mehr steigen auch die Kosten.

"Von jedem Dollar, den Spotify einnimmt, gehen 75 Cent an die Musikindustrie."
Silke Hahne, Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion

Dass die Lizenzgebühren so hoch sind, liegt daran, dass der Musikmarkt einem Oligopol gleicht: Nur wenige große Musiklabel kontrollieren den Markt. Allein drei der größten Musikkonzerne halten Rechte an etwa 80 Prozent der Musik, die bei Spotify zu finden sind. Und die haben auch die Macht bei der Preisgestaltung.

Kein Vergleich zu Netflix

Mit ähnlich roten Zahlen ist vor einigen Jahren auch Netflix an die Börse gegangen. Der Vergleich mit dem Filmstreamingdienst hinkt aber. Denn nachdem Netflix zunächst Lizenzen teuer eingekauft hat, werden die Filme und Serien jetzt unternehmensintern produziert. Es fallen also keine Lizenzgebühren mehr an und das Geld fließt direkt in die Taschen von Netflix. Das klappt bei Spotify so nicht.

Verkauf von User-Daten

Der Musikstreamingdienst hat aber einen anderen Schatz, der sich monetarisieren lässt: Daten. Denn die Plattform kennt ihre Nutzer extrem gut, hat eine Datenbank mit mehr als tausend Musik-Subgenres aufgebaut. Damit kann der Musikgeschmack der Nutzer ziemlich gut kategorisiert werden und entsprechend präzise sind die Angebote an die Nutzer. Diese Daten könnte Spotify für Werbezwecke nutzen und zum Beispiel an Konzert-Promoter verkaufen - oder an die Musiklabel.

Genau das ist allerdings auch der Knackpunkt an der Börsengeschichte. Denn die Diskussion um Nutzerdaten und deren Sicherheit hat in den letzten Wochen die Börsenkurse von Tech-Unternehmen ziemlich nach unten gedrückt. Ob das auch Spotify betrifft, ist schwer vorherzusagen.

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