"Mensch von Riesenschlange verschluckt" - diese Nachricht geistert immer wieder durch die Medien. Unser Tierexperte Mario Ludwig räumt mit dem Mythos um die Killer-Schlangen auf.

Rein theoretisch können Anakonda, Netz-, Tiger- oder nördliche Felspython, das sind die vier größten Riesenschlangenarten, einen Menschen verschlucken. Unser Tierexperte Mario Ludwig hat Fälle recherchiert, in denen nachweislich Felsen- oder Netzpythons bis zu 50 Kilogramm schwere Beutetiere verschluckt haben.

Die Riesenschlangenarten haben rein körperlich den entsprechenden Durchmesser und die Länge, um solch große Beute zu fressen. Riesenschlangen ab zwei Meter Länge sind in der Lage, einen Leoparden oder ein Krokodil zu verschlingen.

"Von großen Anakondas weiß man, dass sie schon ein junges Rind am Stück verschluckt haben."
Mario Ludwig, Tierexperte

Die relativ schmale Schlange ist in der Lage, Unter- und Oberkiefer auszuhängen. Ihr Maul wird dadurch so flexibel, erklärt Mario Ludwig, dass sie in der Lage ist, große Beute mit Haut und Haaren zu verschlingen.

Immer mit dem Kopf zuerst

Egal um welches Beutetier es sich handelt, die Schlange beginnt immer am Kopf ihres Opfers mit dem Hinunterschlucken. Die Methode ist ähnlich wie bei einer Geburt, bei der das Baby auch mit dem Kopf zuerst auf die Welt kommt: Beine, Arme, Flügel und ähnliches könnten sich nicht im Schlund verhaken, so dass die Beute der Schlange im Hals stecken bliebe.

"Es wird bei keiner anderen Tierart so gelogen wie bei Riesenschlangen."
Mario Ludwig, Tierexperte

In den Medien tauchen immer wieder Horrorgeschichten von Riesenschlangen mit gefakten Bildern auf, die 15 oder gar 20 Meter lang sein sollen. Mario Ludwig zweifelt daran, dass Riesenschlange mit einer solchen Größe existieren. Die bisher größte Schlange wurde 1912 gefunden. Das war eine zehn Meter lange Netzpython.

"Eine Riesenschlange kann fast jedes Landtier mit Haut und Haaren verschlingen - bis auf Elefanten."
Mario Ludwig, Tierexperte

Die Fälle, in denen Riesenschlangen Menschen verschluckt haben, sind extrem selten. Dokumentiert und glaubwürdig ist ein Fall aus dem Jahr 1998: Auf der philippinischen Insel Mindoro haben Dorfbewohner eine sieben Meter lange Netzpython gefunden, die einen extrem dicken Leib hatte. Sie haben die Schlange getötet und aufgeschlitzt. Heraus kam einen Mann, der schon leicht anverdaut war. Der Mann war tags zuvor als vermisst gemeldet worden. Wer sehen will, wie der Mann aussieht: Hier klicken. Vorsicht: Sieht eklig aus!

"Es gab tatsächlich ein paar wenige Fälle, da sind Menschen tatsächlich gefressen wurden."
Mario Ludwig, Tierexperte

Im Dezember 2014 hat Paul Rosolie angekündigt, sich von einer Riesenschlange verschlucken zu lassen. In dem Moment, in dem die Schlange sich fest um ihn geschlungen, ihr Maul um seinen Kopf aufspannte und seinen Arm gebrochen hat, hat er das Experiment abgebrochen. Wie er aus der Situation genau herausgekommen ist, bleibt unklar. Die Schlange sei noch am Leben, teilte der Fernsehsender Discovery Channel mit, der die Doku übertragen hat.

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