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Bis zur Bundestagswahl ist es nicht mehr lange hin. Erstmals treten drei Spitzenkandidat*innen an. Der Amtsinhaberbonus für die Union fällt nach 16 Jahren Angela Merkel weg. Welche Faktoren beeinflussen jetzt unsere Wahlentscheidung?

Die Bundestagswahl rückt näher. Am 26.09.2021 entscheiden Bürgerinnen und Bürger, wer Deutschland in den nächsten vier Jahren regieren wird. Einige haben ihre zwei Kreuze schon per Briefwahl abgegeben – vermutlich bei der Partei, die sie zuvor schon gewählt haben.

Für alle Nicht-Stammwähler*innen dürfte die Wahl schwieriger ausfallen, zumal die Parteien diesmal drei Spitzenkandidat*innen ins Rennen schicken und vor der Wahl viel dafür tun, dass Wähler*innen ihnen eine Stimme geben.

Bis zur Bundestagswahl stellen sich Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne), Armin Laschet (Union) und Olaf Scholz (SPD) noch einige Male ins Rampenlicht und machen Wahlwerbung. Infos zu den Parteiprogrammen gibt es sowieso rund um die Uhr im Netz. Die Kandidat*innen haben sich im Wahlkampf manchen Ausrutscher erlaubt: Lebenslauf, Lacher, Langeweile. Das macht die Wahlentscheidung nicht leichter. Außerdem tritt Angela Merkel nach 16 Jahren nicht mehr an. Der Amtsinhaberbonus fällt somit weg, erklärt die Sozialwissenschaftlerin Manuela Blumenberg vom Leibnitz-Institut.

"Der Kandidat ist bekannt. Man weiß, worauf man sich einlässt. Selbst, wenn man ihn oder sie nicht unbedingt gut findet. Es ist eine Verlässlichkeit da."
Manuela Blumenberg, Sozialwissenschaftlerin am Leibnitz-Institut

Sozialwissenschaftlerin Manuela Blumenberg sagt, dass Emotionen beeinflussen, wie Politik wahrgenommen wird. Beispielsweise spiele die wirtschaftliche Lage im Land und die Arbeit einer Bundesregierung eine Rolle für Wählerinnen und Wähler. Vor allem Angst sei ein Faktor, sagt die Sozialwissenschaftlerin.

Angstthemen wie Klimakrise

2017 war die Flüchtlingskrise zum Beispiel ein sehr emotionales Thema, das Bürgerinnen und Bürger bewegt hat, sagt Blumenberg. Da hätten manche Menschen Angst gehabt. Jetzt sind es andere Themen wie die Klimakrise, die die Menschen bewegen. Angst spiele eine Rolle, da Informationen selektiv wahrgenommen würden, argumentiert Manuela Blumenberg.

Gefühl vor Wahlentscheidung

Die Sozialwissenschaftlerin verweist auf eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung von 2018. Laut dieser Erhebung sagten mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie bei der Wahlentscheidung stark auf ihr Gefühl vertrauten.

Als Tipp zur persönlichen Wahlentscheidung sagt Manuela Blumenberg, dass man sich überlegen solle, was die zukünftige Regierung umsetzen soll. Dass da jede*r andere Vorstellung hat, sei klar.

"Ganz wichtig ist zu sagen, dass man wählen geht. Dass man sich vorher mit der Wahl auseinandersetzt, sodass man am Wahlsonntag oder vorher per Briefwahl sein Kreuz macht und wählen geht."
Manuela Blumenberg, Sozialwissenschaftlerin am Leibnitz-Institut