Nicht alles, was auf dem Feld wächst, entspricht der Norm, die der Verbraucher im Laden erwartet. Manche Landwirte lassen das unperfekte Gemüse auf dem Feld liegen, das dann von Selbsterntern nachgeerntet werden darf.

Heinrich Hannen ist so ein Landwirt, der Radieschen, die Schneckenspuren haben, Karotten, Rote Beete oder Kartoffeln, die zu krumm sind, von Selbsterntern nachernten lässt.

"Ich habe die Woche über geerntet und Samstags konnte nachgeerntet werden."
Heinrich Hannen, Landwirt

Seit drei Jahren dürfen Menschen auf seinen Feldern nach der großen Herbsternte nachernten. Viele machen sich aus der Nachernte einen Familienspaß am Wochenende. Andere kommen so zu qualitativ hochwertigen Bio-Produkten, die sie sich im Laden nicht leisten können. Der Landwirt schätzt, dass rund 300 Kilogramm Rote Beete, 400 Kilo Kartoffeln, 200 Kilogramm Möhren, 1000 Zuckermaiskolben, 200 Bund Radieschen, 100 Sellerie, 200 bis 300 Salate, Schnittlauch und Salbei mitgenommen wurden.

Heinrich Hannen vom Lammertshof in Kaarst erlaubt die Nachernte, weil er so etwas gegen die Lebensmittelvernichtung unternimmt. Denn das Gemüse würde sonst nicht weiter verwertet werden, beziehungsweise würde als Dung untergepflügt werden. Das empfiehlt sich aber nicht immer, sagt der Landwirt. Wenn beispielsweise ein Gemüse eine Krankheit aufweist, soll die sich nicht weiter durch den Boden verbreiten.

Manchmal bis zu 80 Prozent nicht verwertbar

Wie viel grundsätzlich immer liegen bleibe, lässt sich schlecht vorhersagen, sagt Heinrich Hannen. Das hängt ganz vom Gemüse ab, wie es auf dem Feld "gelungen" ist. Meist entsprichen 80 bis 90 Prozent des Anbaus der Norm, manchmal würde er aber auch nur 20 Prozent erreichen. Gründe können ein Pilzbefall, Fraßschäden oder Wachstumsdepressionen gewesen sein.

"Bei Kartoffeln ist es so, die liegen meistens oben drauf und dann kann man die nehmen. Grüne Kartoffeln sollte man nicht nehmen, weil die ungesund sind."
Heinrich Hannen, Landwirt

Bei Gemüse wie Möhren solltet ihr ein Hilfsmittel dabei haben, weil sich die nicht so leicht aus der Erde rausdrehen lassen. Aber in der Regel, so Heinrich Hannen, liegt das Gemüse schon geerntet auf dem Feld und ihr müsst es nur noch einsammeln.