Bei einer Entfernung von unter 800 Kilometern sollte man der Umwelt zu Liebe mit Rad, Bus, Bahn oder Auto anreisen. Sonst wird man zum Klimakiller. Passend dazu hat das Bundesumweltministerium eine Studie präsentiert, in der von 8000 Leuten jeder Dritte gesagt hat: Ja, ich bin an nachhaltigem Reisen interessiert!

Grundsätzlich solltet ihr euch überlegen, wie weit Euer Urlaubsziel entfernt ist und welche Anreisemöglichkeiten ihr habt. Fliegen ist ein Klimakiller, sagt auch der Tourismus-Wissenschaftler Hartmut Rein.

"Größtes Problem ist das Fliegen. Da fehlt noch der große technische Durchbruch, wie man Flugreisen emissionsärmer gestalten kann."
Hartmut Rein, Tourismus-Wissenschaftler

Nachhaltig fliegen geht also nicht. Man kann aber ein paar Dinge beachten, damit es zumindest ein bisschen nachhaltiger geht.

  • Möglichst einen Direktflug buchen, damit unnötige Starts und Landungen entfallen (bei denen ist der Energieverbrauch der Maschine nämlich immer am größten) - außerdem ist die Strecke kürzer und damit der gesamte Kerosinverbrauch niedriger
  • Vorab informieren, wie neu die Flugzeugflotte einer Airline ist
  • Mindestens 2-3 Wochen vor Ort am Reiseziel bleiben, damit sich der Aufwand lohnt

Und die Unterkunft?

Es gibt so viele Öko- und Nachhaltigkeits-Zertifikate, dass es mittlerweile schwer ist, die alle zu durchschauen. Das ist noch wirrer als bei den Lebensmitteln. Deswegen hat Hartmut Rein einen grundsätzlichen Tipp und rät zu einer Airbnb-Bude.

"Airbnb ist per se nachhaltiger, als wenn man ein Hotel bauen müsste."
Hartmut Rein

Zumindest wenn es richtige Airbnb-Wohnungen sind. Und nicht, wie teilweise in Berlin, Wohnungen geräumt werden, damit man da Gäste unterbringen kann, ergänzt Rein.

Die Tourismusindustrie ist allerdings in vielen ärmeren Ländern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wenn ich privat unterkomme, fehlt den Hotels das Geld. Falls es deshalb doch ein Hotel oder eine Pension sein soll, dann bieten sich kleine, vom Inhaber geführte Häuser an.

Bei sich selbst anfangen

Und dann kommt noch der wohl schmerzhafteste Teil der Rechnung: Ich selbst bin ja als Urlauber auch jeden Tag für die Umweltverschmutzung verantwortlich.

"In vielen Urlaubsregionen ist das Wasser knapp. Warum muss ich jeden Tage ein neues Handtuch haben?"
Martin Schütz, DRadio Wissen