Ähnlich wie bei der solidarischen Landwirtschaft haben Kaffeeproduzenten in Mexiko und Verbraucherinnen in Deutschland und der Schweiz eine Gemeinschaft gegründet. Ein fairer Preis und möglichst emissionsarmer Transport sind die Kriterien, von denen alle profitieren.

Sie nennen ihre Gemeinschaft Teikei. Das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie solidarische Landwirtschaft. Rund 20 Menschen arbeiten in der Gemeinschaft, die meisten sind Studierende aus Deutschland und der Schweiz.

In Mexiko haben sie Kontakt zu Kaffeebauern aufgenommen. Diesen ist es wichtig, dass sie als Produzenten nicht nur im Anbau auf ökologische Standards achten, sondern auch der Transport ihrer Kaffeebohnen weitestgehend nachhaltig abläuft. Deshalb kommt der Kaffee aus Mexiko per Segelschiff nach Hamburg. Dort wird er dann mit Lastenräder ins Lager gebracht, erklärt Jaspar Röh. Er ist für die Finanzen zuständig und studiert "Nachhaltiges Wirtschaften".

"Das Segeln ist für uns von Anfang an, gerade auch von unseren Partnern aus Mexiko gewünscht. Wenn wir sinnvoll und guten Kaffee anbauen, dann muss auch der Rest des Weges irgendwie sinnvoll und gut sein."
Jaspar Röh, verantwortlich für die Finanzen bei Teikei

Anders als bei den Fair-Trade-Kriterien zahlen die Verbraucherinnen am Anfang des Jahres einen fest vereinbarten Preis im Voraus. Die Produzierenden legen fest, wie hoch ihre Einnahmen sein müssen, um gut leben zu können. Dieser Preis liegt über den derzeitigen vier Euro pro Kilo fair gehandeltem Kaffee. Die Teikei-Kaffeeanbauer erhalten 7,80 Euro für das Kilo Kaffee.

Fair bedeutet höhere Preis für die Verbraucher

Für die Verbraucher in Deutschland ergibt sich am Ende ein Preis von 27 bis 29 Euro pro Kilo. Das ist deutlich mehr, als sonst für fair gehandelten Kaffee in Deutschland gezahlt wird.

"Bei uns war nicht die Frage: Wie ist der Weltmarktpreis und was wäre theoretisch fair? Der Maßstab ist die Frage: Was brauchst du, um gut leben zu können, und wie muss dein Leben aussehen, dass auch deine Kinder dort bleiben würden und nicht in der Hoffnung auf ein besseres Leben in irgendeine Vorstadt ziehen."
Jaspar Röh, verantwortlich für die Finanzen bei Teikei

Der Teikei-Preis für Kaffee wird jedes Jahr neu mit den Kaffeeproduzenten verhandelt.

Überseehandel mit Segelschiff nicht auf alle Produkte übertragbar

Ob das Prinzip Teikei auf andere Produkte angewendet werden könnte, hängt stark vom Produkt selbst ab. Bei frischer Ware wie Obst ist das Problem, dass das Segelschiff bis zu zehn Wochen relativ lange unterwegs ist. Im Vergleich zu Containerschiffen mit hunderttausenden Tonnen Ladekapazität kann das Segelschiff Avontuur mit hundert Tonnen nur einen Bruchteil transportieren.

Für Jaspar ist Teikei ein Versuch, gerechter und nachhaltiger Handel zu treiben. Die Grenzen, die sich durch eine geringere Schnelligkeit und Ladekapazität ergeben, sieht er eher als Anlass darüber nachzudenken, ob man all die Produkte aus Übersee wirklich braucht.