Nachhaltigkeit und Smartphones - das passt eigentlich nicht so gut zusammen, denken wir nur an den Elektroschrott und die seltenen Erden, die in den Geräten verarbeitet sind. Was aber können wir tun, um die Umwelt weniger zu belasten?

Ansätze für mehr Nachhaltigkeit bei Smartphone gibt es verschiedene, so unser Reporter Konstantin Zurawski: Forscher suchen zum Beispiel nach Lösungen, wie wir alte Smartphones am besten recyceln können. Aber auch nach Wegen, wie neue Geräte ohne Rohstoffe auskommen, die schwierig zu gewinnen sind, oder deren Abbau gesundheitsgefährdend ist.

Recycling: Da geht noch was

Aber es gibt auch viele Probleme, so Konstantin: "Eines der größten ist sicher die pure Menge an Geräten, die verkauft werden"

"Seit Einführung des ersten iPhones vor zehn Jahren wurden über sieben Milliarden Smartphones produziert, also im Prinzip eins für jeden Menschen auf der Erde."
Konstantin Zurawski, DRadio Wissen

Zu überdenken ist etwa die kurze Nutzungsdauer der Smartphones, so Konstantin: "Die meisten Menschen in Deutschland haben nämlich ein Smartphone, das nicht älter als ein Jahr ist. Ein Gerät mit Alter zwei Jahre oder mehr haben nur ganz wenige". Das liegt aber auch daran, dass der Akku bei Geräten ab einem bestimmten Alter kaputt geht, oder dass das in die Jahre gekommene Smartphone das alte Betriebssystem nicht mehr unterstützt.

Alte Geräte werden millionenfach gehortet

Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Deutschland über 100 Millionen Handys und Smartphones ungenutzt herumliegen, die im besten Fall recycelt werden könnten. Aber ganz so einfach ist das leider nicht.

"Es recyceln ja in der Regel spezialisierte Fachbetriebe. Bei denen ist zum einen aber nicht immer zu kontrollieren, ob sie das wirklich machen, oder den Elektroschrott nicht einfach ins Ausland exportieren."
Konstantin Zurawski, DRadio Wissen

Dann hängt aber auch viel davon ab, wie gut die Maschinen beim Recycling arbeiten. Metalle wie Gold oder seltene Erden sind im modernen Smartphone oft zusammenhängend in einem massiven Block verbaut.

"Manfred Santen von Greenpeace hat auch gefordert, dass neue Smartphones modularer gebaut werden, damit man an die Sachen einfach besser dran kommt."
Konstantin Zurawski, DRadio Wissen

Mit gutem Beispiel voran geht da das Fairphone. "Das Gerät ist ja einigermaßen modular aufgebaut, da kann man Einzelteile tauschen. Und das kommt dann am Ende auch dem Recycling zugute, weil man an die Teile einfacher dran kommt", sagt Konstantin.

Fairphone hat analysiert, was sie beim Fairphone II alles schon recyceln können: Silber, Gold, Kobalt, Kupfer, Nickel, Palladium, Magnesium und ein paar andere Stoffe können gut recycelt werden. Dagegen lassen sich Tantal, Wolfram oder Dysprosium eher schlecht aufbereiten. Vom Ergebnis ist Fairphone damit schon zufrieden. Würde das Design verändert werden, könnte noch mehr recycelt werden, vermutet das Unternehmen.

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