Würden wir alle Vegetarier werden, könnten wir das 2-Grad-Ziel gegen den Klimawandel erreichen, weniger Menschen würden an Krebs erkranken und alles wäre gut.

Eine Studie der Universität Oxford kommt zu dem Ergebnis, dass wir die klimaschädlichen Emissionen drastisch senken könnten, wenn wir komplett auf Fleisch verzichten würden. Die Forscher haben ausgerechnet, welche Auswirkungen die Umstellung auf Vegetarismus aller bis zum Jahr 2050 haben würden.

Es würden die Emissionen wegfallen, die durch die Massentierhaltung entstehen:

  • Futterpflanzen müssen nicht mehr massenhaft in Monokulturen angebaut werden
  • Rückgang an Medikamenten wie Antibiotika, die in der Massentierhaltung eingesetzt werden und die in Umwelt gelangen
  • Rückgang an Methan durch eine massive Reduzierung der Viehbestände und an klima- und umweltschädlichen Stickstoffverbindungen durch einen Rückgang an Gülle
  • Die Emissionen könnten um 62 Prozent reduziert werden, das ist mehr als die Hälfte. Dadurch könnte sogar das 2-Grad-Ziel erreicht werden
"Wenn man sich von einer Allgemeindiät auf vegetarisch umstellt, könnte man ungefähr die Emissionen einsparen, die für einen Hin- und Rückflug Europa-New York anfallen würden."
Marco Springmann, Populationsforscher

Auf den Einzelnen bezogen: Fleischesser konsumieren im Jahr rund 43 Kilo Fleisch. Dieser Konsum verursacht Emissionen, die vergleichbar mit einem Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York sind. Insgesamt wird die Nahrungsmittelindustrie für ein Drittel der gesamten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich gemacht.

Selbst wenn sich ein Fleischesser auf einen Konsum von 300 Gramm pro Woche beschränken würde - eine Empfehlung der WHO - das einem Jahreskonsum von 15 Kilo im Jahr entspricht, und sich alle daran halten würden, wäre die Reduzierung der Emissionen vergleichbar mit der Einstellung des kompletten Flugverkehrs.

Steuerung über den Fleischpreis

Abgesehen davon würden auch weniger Menschen an Krebs erkranken: Sieben bis acht Millionen Menschen weniger wären von ernährungsbedingten Krebskrankheiten betroffen. Umgerechnet auf die Kosten für das Gesundheitssystem könnte bis zu einer Billion US-Dollar pro Jahr eingespart werden.

Trotz der guten Argumente werden viele an ihrem Fleischkonsum festhalten. Würden aber die Klimakosten in den Fleischpreis einbezogen werden, wäre Rindfleisch beispielsweise 40 Prozent teurer. Wird Fleisch teurer, wird es weniger konsumiert, die Nachfrage sinkt und der Viehbestand verringert sich.