Eine wahre Bilderflut bricht täglich über uns herein. Im Fernsehen, in den sozialen Medien, am Computer und im Smartphone. Isa Lange zeichnet Bilder aus den Nachrichten, um inne zu halten und sich auf ein Ereignis zu fokussieren. Damit möchte sie diesem Geschehnis auch den Raum einräumen, den es verdient hat.

Der US-amerikanische Präsident reiste in den vergangenen Tagen nach Japan. Ein historisches Ereignis, die Bilder gingen um die Welt. Zum ersten Mal besuchte ein amtierender US-Präsident Hiroshima, um den Opfern zu gedenken und sich mit Überlebenden zu treffen. Tage vorher wurde in den Medien diskutiert, ob sich Präsident Obama entschuldigen werde oder nicht.

Er tat es nicht, trotzdem war dieser Besuch eine wichtige Geste. Ein markantes Bild: Obama umarmt den 79-jährigen Überlebenden des Atombomben-Abwurfs Shigeaki Mori, der zum Zeitpunkt der Katastrophe acht Jahre alt war. Ein Bild, das großen Symbolgehalt hat. Ein inniger, besonderer Moment, findet Isa, und zeichnet ihn mit dem Bleistift auf Papier nach.

"Sobald ich freie Minuten habe, ob im Zug oder im Café, beginne ich zu zeichnen."
Isa Lange

Wir archivieren Bilder und teilen sie in den sozialen Medien. Dadurch dokumentieren und verbreiten wir sie. Für Isa bedeutet das, dass wir eine Verantwortung für diese Bilder tragen. Isa empfindet einen Drang diese Bilder zu zeichnen, ihnen Raum zu geben. Sie selbst hat das Gefühl, dass sie durch das Zeichnen innehalten kann, die Zeit verlangsamen und sich auf einen Moment fokussieren kann.

"Ich habe das Gefühl, in Zeichnungen kann ich die Zeit verlangsamen."
Isa Lange

Die Bilder wählt Isa sehr subjektiv aus. Besonders wichtig ist es ihr dabei, die Quelle eines Fotos und dessen Wahrheitsgehalt zu kennen. Aus diesem Grund folgt sie Journalisten und Fotografen in den sozialen Medien. Wenn ein Bild sie emotional fesselt, dann reproduziert sie es, sobald sie Zeit dafür findet. Tagsüber arbeitet sie an der Universität Hildesheim, sodass sie meist abends oder auf Reisen etwas Zeit findet, um zu zeichnen.