Sie sollen die Leistung steigern oder den Appetit zügeln: Nahrungsergänzungsmittel. Das Problem: Oft enthalten sie Substanzen, die auf der Dopingliste stehen.

Doping im Spitzensport ist ein riesiges Problem. Schon lange wird mit Sport richtig viel Geld verdient und genauso lange versuchen Spitzensportler mit unerlaubten Mittelchen ihrer Leistungsfähigkeit auf die Sprünge zu helfen. Neben den offensichtlichen Betrugsfällen sind dabei aber auch immer wieder Geschichten von Sportlern zu hören, die unwissentlich ein Dopingmittel zu sich genommen haben wollen. Die Schuldigen sind in diesen Fällen schnell gefunden: Nahrungsergänzungsmittel.

Wer ein ganz gewöhnliches Frühstück mit Müsli, Tee und Brot zu sich nimmt, muss keine Angst haben, durch den Dopingtest zu fallen, hat unser Reporter Thilo Jahn von Hans Geyer vom Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln erfahren.

"Mit einer normalen Ernährung können sie eigentlich nicht positiv sein - es sei denn, sie verwenden stark glycerolhaltige Getränke - aber dann hätten sie auch Magenprobleme."
Hans Geyer, Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln

Bei Riegeln, Gel oder Pulver sieht die Sache schon anders aus. Das Problem: Substanzen, die auf der Dopingliste stehen, werden oft nicht auf die Verpackung geschrieben. Besonders häufig passiert das bei Fälschungen von Schlankheitsmitteln, Kraft aufbauenden Nahrungsergänzungsmitteln und Trainingsboostern, also Mitteln, die der Motivation im Training dienen sollen. Vertrieben werden diese Nahrungsergänzungsmittel in Sportgeschäften, in Fitnessstudios und vor allem im Netz.

Erst kürzlich wurde das Mittel Power Speed vom Markt genommen, weil es Substanzen entfällt, die auf der Dopingliste stehen. Ein Mittel, das, wenn man Heiko Sander, Athletic Coach beim Bundesligisten Hannover 96 und seinem Werbespot glauben darf, Fußballern dabei helfen soll, Zweikämpfe und Kopfballduelle zu gewinnen.

Experten sprechen bei Nahrungsergänzungsmitteln von einer Grauzone des Dopings. Hans Geyer glaubt, dass Sportler, die bereitwillig zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, später eher verbotene Substanzen ausprobieren würden. Ein Merksatz, der auf der Website der Fifa zu finden ist: "Wenn es hilft, ist es wahrscheinlich verboten - und wenn es verboten ist, funktioniert es wahrscheinlich nicht."