Es gibt Menschen, die nach einem Zeckenbiss eine Allergie gegen Fleisch entwickeln. Diesen Zusammenhang zwischen Zeckenbissen und Nahrungsmittelallergien herzustellen - das ist in der Wissenschaft noch recht neu.

Frank Gluns, Gewerbeschullehrer, 50 Jahre alt, hat eine Allergie gegen Fleisch - gegen rotes Fleisch. Als er das letzte Mal Fleisch aß, wurde er ohnmächtig, seine Frau rief den Notarzt. Woher diese Allergie kommt, war zunächst vollkommen unklar.

Jörg Fischer von der Hautklinik am Universitätsklinikum Tübingen kümmerte sich um Frank Gluns und suchte wie ein Detektiv nach der Ursache für die Allergie. Gluns selbst ist Jäger und daher oft im Wald unterwegs. Einige Zeckenstiche - jede Jahr - sind für ihn keine Seltenheit. Sein Arzt ging dieser Spur nach.

Zecken als Auslöser von Nahrungsmittelallergien

Zeckenstiche in den Zusammenhang mit Nahrungsmittelallergien zu stellen, das ist in der Wissenschaft noch recht neu. Doch mittlerweile weiß man, dass Menschen, die von einer Zecke gebissen wurden, dadurch auf eine bestimmte Zuckerart sensibilisiert werden können - und zwar auf eine Galaktose namens alpha-Gal.

Dieses kommt auch im Speichel von Zecken vor. Ebenso im Fleisch der meisten Säugetiere - ausgenommen Primaten und damit auch ausgenommen Menschen. Das menschliche Immunsystem kann daher diesen Zucker als fremd erkennen und reagiert unter Umständen allergisch darauf.

Es bleiben noch Fragen

Es gibt jedoch Fleischarten, die sind auch für Frank Gluns verträglich. Zum Beispiel Geflügelfleisch. Vermutlich ist der Gehalt an alpha-Gal darin niedriger. Aber so ganz geklärt ist das nicht.

Auch andere Fragen bleiben: Jörg Fischer vom Universitätsklinikum hat zahlreiche andere Jäger aus der Umgebung von Tübingen untersucht. Viele sind ebenfalls für den Zucker sensibilisiert, aber die meisten entwickeln trotzdem keine Allergie. Der Grund dafür ist noch unklar.