Ari hieß mal Mohamad. Er ließ sich umbenennen, weil er aufgrund seines Namens jahrelang diskriminiert und ausgegrenzt wurde. Er sagt: "Seit ich Ari heiße, habe ich ein neues Leben."

Heute heißt er Ari Dillmann - vor knapp einem Jahr war das noch nicht so. Im Mai 2016 hat er sich umbenennen lassen. Früher hieß er Mohamad Khidir Mohamad. Wenn man ihn heute danach fragt, kann er viele Episoden aus seinem Leben erzählen, die zeigen, wie unerträglich es für ihn geworden war, mit seinem Geburtsnamen zu leben. 

"Sobald ich jemandem gesagt habe, dass ich Mohamad heiße, gab es eine Blockade zwischen mir und dieser Person."
Ari Dillmann, Frisör aus München

Sein Arbeitgeber gaben ihm Spitznamen wie Martin, Alex oder Ali - vorsorglich, um angeblich keine Kunden zu verprellen. Mohamad war damals neu in Deutschland, als irakischer Flüchtling über verschiedene Stationen hierher gekommen. Das war 1999. Er sprach damals die deutsche Sprache noch nicht so gut und kannte sich mit den Gepflogenheiten nicht aus. Deswegen fing er auch keine Diskussionen mit seinen Chefs an. 

"Kein Kunde hat gewusst, dass ich Mohamad heiße. Ich hab das erst nicht persönlich genommen. Ich war neu hier. Irgendwann hat sich die Sache so entwickelt, dass ich verstanden habe, so geht das nicht weiter."
Ari Dillmann, Frisör aus München

Beim Oktoberfest setzten sich die Leute weg, wenn sie erfuhren, dass er Mohamad hieß, erzählt er. Nach dem Anschlag am 11. September 2001 waren die Vorurteile gegen ihn besonders groß. 

"Irgendwann hörte ich auf mich als Mohamad vorzustellen."
Ari Dillmann, Frisör aus München

Als er sich später als Frisör selbstständig machte, bewarb sich niemand bei ihm. "Keiner wollte für einen Mohamad arbeiten", sagt Ari. Erst als er beim Arbeitsamt den deutschen Namen seines Anwalts als Ansprechpartner einsetzen ließ, erhielt er erste Bewerbungen.

Enorme bürokratische Hürden

Irgendwann hat Ari dann erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, den Namen ändern zu lassen. Allerdings war ihm nicht klar, dass die bürokratischen Hürden dafür sehr hoch sind. Jahrelang ist er immer wieder zu den entsprechenden Behörden gegangen, sein Gesuch wurde allerdings immer wieder abgelehnt. 

"Ich hab mich überall angepasst. Den Namen zu ändern war mein Zeichen, um zu sagen: Mensch, ich gehöre zu euch dazu."
Ari Dillmann, Frisör aus München

Die Begründung: Es gibt zu viele Mohamads, die kein Problem mit ihrem Namen zu haben scheinen. Irgendwann wurde er von den Beamten mit den Worten: "Sie schon wieder" begrüßt, aber auch das konnte ihm die Hoffnung nicht nehmen, dass er es ihm eines Tages gelingen würde, seinen ungeliebten Namen loszuwerden. Inzwischen hat es geklappt und Ari ist sich sicher, dass er diesen Schritt nie bereuen wird.