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Wenn der Namibgecko mit UV-Licht angestrahlt wird, leuchtet er im Dunkeln neon-grün. Wieso er das tut, muss noch genauer erforscht werden.

Ziemlich klein, aber ganz schön beeindruckend, ist der Gecko, der nur in der Namibwüste im Süden des afrikanischen Kontinents vorkommt. Denn wenn er nachts vom Mondlicht oder mit UV-Licht angestrahlt wird, leuchtet der Namibgecko um die Augen herum und am Bauch. Er wirkt dann, als sei er mit einem neon-grünen Textmarker angemalt worden.

Die Schuppenkriechtiere können fluoreszierend leuchten, weil sie an den entsprechenden Hautstellen spezielle Pigmentzellen, sogenannte Iridophoren besitzen. Diese Zellen sind in der Lage, den blauen Anteil des Mondlichts aufzunehmen und ihn dann als heller wirkendes, neon-grünes Licht wieder abzustrahlen. Die Pigmentzellen können demnach blaues in grünes Licht umwandeln.

"Dieses Fluoreszenz-Phänomen ist im Tierreich weit verbreitet."
Mario Ludwig, Biologe
Namibgecko.
© David Prötzel
Eine Naturschönheit - das Namibgecko.

Artgenossen auch im Dunkeln sehen können

Die Münchener Forschenden, die diese außergewöhnliche Eigenschaft bei dieser Geckoart festgestellt haben, wissen noch nicht genau, wieso das maximal 14 Zentimeter große Tier leuchten kann. Sie vermuten, dass die sogenannten Schwimmfußgeckos dadurch Artgenossen auch im Dunkeln sehen können.

Namibgecko in der Namibgecko.
© imago | imagebroker
Namibgecko: Kleiner Gecko, der nachts eindrucksvoll leuchten kann

Fluoreszenz gibt es auch bei anderen Tierarten

Der Namibgecko, wissenschaftlich Pachydactylus rangei, ist nicht das einzige Tier, das nachts leuchten kann. Die Spanne reicht von Chamäleons über Gleithörnchen bis hin zu Schnabeltieren. Und auch die Leuchtfarbe ist variabel. Bei Schnabeltieren leuchtet das Fell unter UV-Licht bläulich-grün. Bei Gleithörnchen strahlt das Bauchfell einen rosa Schimmer aus.

Ein fluoreszierender Katzenhai.
© David Gruber, City University of New York
Ein fluoreszierender Katzenhai.

Verschiedene Fluoreszenztechniken

Im Tierreich gibt es verschiedene Fluoreszenztechniken. So besitzen Katzenhaie winzige Moleküle in ihrer Haut, die genau, wie die Iridophoren des Geckos, blaues Licht einfangen und in grünes Licht umwandeln und zurückstrahlen können.

Mithilfe der Farbsignale können die Katzenhaie in den dunklen Tiefen des Meeres leichter einen Partner finden, bleiben aber gleichzeitig für die meisten anderen Meeresbewohner unsichtbar.

Es gibt auch Lebensformen mit einem eigenen Leuchtprotein. Und zwar Quallen und viele Tiefseebewohner. Die erzeugen ebenfalls unter UV-Licht ein grünliches Licht. Das gelingt ihnen mithilfe von einem sogenannten "Grün fluoreszierenden Protein" (GFP) das, nach Anregung mit blauem Licht, grünes Licht emittiert.

Leuchtfische
© imago | Xinhua
Künstlich erzeugte leuchtende Zebrabärblinge wurden zum Verkaufsschlager.

Künstlich hergestellte Leuchtfische

Mit einem genetischen Trick ist es Forschenden der Universität Singapur 1999 erstmals gelungen, Leuchtfische künstlich herzustellen. Die Wissenschaftler haben zunächst aus einer 'Leucht-Qualle' namens Aequorea victoria das Gen isoliert, das für die Herstellung des GFPs verantwortlich ist.

Das GFP sorgt dafür, dass die Qualle unter ultraviolettem Licht grün leuchtet. Dieses aus der Qualle isolierte 'Leuchtgen' wurde dann in das Erbgut eines Zebrabärblings, eines beliebten Aquarienfisches, eingesetzt.

Die Züchtung der Leuchtfische wurde zu einem erfolgreichen Geschäftsmodel, denn mittlerweile sind Leuchtfische, zum Beispiel in den USA, in fünf verschiedenen Farbvarianten zu erhalten. Und die Nachfrage nach den leuchtenden Zebrabärblingen ist groß.