Menschen, die sich selbst nicht mögen, sind nicht unbedingt dazu geeignet, in der Öffentlichkeit zu stehen. Für Prominente ist ein gewisser Grad an Narzissmus deshalb wichtig.

Es gibt Menschen, denen Claas-Hinrich Lammers, Ärztlicher Direktor Psychiatrie der Asklepios Klinik Nord, ein gesundes Maß an Narzissmus empfiehlt. Prominente zum Beispiel: Thomas Gottschalk oder Angela Merkel. Denn nur, wer sich selbst zumindest ein bisschen toll findet und Selbstsicherheit ausstrahlt, kann in der Öffentlichkeit bestehen. Und auch mit Kritik kommen narzisstische Menschen besser klar. Denn im Zweifelsfall waren es einfach die anderen, die Schuld an der Fehlleistung sind.

Nach Lammers haben wir alle mehr oder weniger stark ausgeprägte narzisstische Tendenzen, was in der Regel auch kein Problem sei. Narzissten ginge es in aller Regel besser als ewigen Zweiflern. Denn sie sind mehr mit sich im Reinen.

Junge erscheinen den Alten narzisstisch

Grundsätzlich lassen narzisstische Tendenzen im Laufe des Lebens nach, weshalb Älteren die jeweils jüngere Generation als besonders narzisstisch erscheine.

Bei manchen Menschen ist der Narzissmus so stark ausgeprägt, dass er als psychische Störung eingeordnet wird. Was einfach ein Persönlichkeitsmerkmal und was eine richtige Störung ist - das lässt sich nicht klar voneinander abgrenzen. "Manchmal werden Menschen auf eine bestimmte Weise wahrgenommen und ihm aufgrund seines Auftretens und eigener Wertemaßstäbe bestimmte Eigenschaften zugeschrieben", sagt Lammers. Das sei aber im wissenschaftlichen Sinne nicht korrekt. Denn die (christlich geprägten) Werte unserer Gesellschaft dominierten, die Bescheidenheit, Verzicht und Hilfsbereitschaft propagieren.