2007 sollte Nauka zur ISS fliegen. Gerade hat das russische Modul angedockt. Mit einem ziemlich wilden Manöver, wie der Astrophysiker Michael Büker berichtet.

Das russische Labor-Modul Nauka hat sowohl vor als auch nach dem Andocken an die Internationale Raumstation ISS für Schockmomente gesorgt. Kurz nach dem Start waren die Haupttriebwerke des Naukamoduls wegen eines Softwarefehlers ausgefallen, berichtet Astrophysiker Michael Büker.

Wegen eines unvorhergesehenen Druckausgleichs im Treibstoffsystem musste mit einer Notlösung gearbeitet werden. Dann machte das automatische Andocksystem Schwierigkeiten.

"Nauka war schon sehr lange ein Pleiten-Pech-und-Pannen-Modul."
Michael Büker, Astrophysiker

Nachdem das Modul dann schließlich an der ISS angedockt hatte, zündeten seine Triebwerke ungeplant und verschoben die gesamte Raumstation aus ihrer Flugbahn.

Unkontrollierte Drehung

"Die ISS hat angefangen sich unkontrolliert zu drehen", sagt Michael Büker. Schließlich ist es der ISS-Besatzung gelungen, die Drehung der Raumstation zu stoppen.

"Nach ein bis zwei Stunden war endlich der Spuk vorüber und die ISS endlich wieder unter Kontrolle."
Michael Büker, Astrophysiker

Dazu musste die Besatzung der ISS die Triebwerke des russischen Teils der Station gezündet, um gegenzusteuern. Inzwischen sei das Problem behoben. Alle Systeme funktionierten normal.

Evakuierung vorbereitet

Eine Gefahr für die Raumfahrenden habe nicht bestanden, sagt Michael Büker. Die Nasa teilte aber mit, dass sie vorsorglich alles für eine Evakuierung der ISS vorbereitet habe.

"Es bestand zwar keine akute Lebensgefahr, aber es ist zum Beispiel ein großes Glück, dass die Solarpanels noch intakt sind. Die haben eine ziemlich delikate drehbare Aufhängung."
Michael Büker, Astrophysiker

Nauka war in der vergangenen Woche vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus mit einer russischen Proton-Rakete gestartet. Das neue Modul dient hauptsächlich der Forschung und der Lagerung von Laborausrüstung.

Es wird aber auch das Leben der Menschen an Bord der ISS etwas komfortabler machen. Für den russischen Teil der Raumstation schafft Nauka Platz für Wasser, Fracht und Sauerstoffgeräte zur Regeneration. An Bord befindet sich auch der Roboterarm ERA der Europäischen Weltraumorganisation ESA , der als erster Roboterarm auch den russischen Teil der ISS erreichen kann.