Für professionelle Fahrrad-Navis muss man schon einiges an Geld in die Hand nehmen. Es gibt aber auch günstigere Möglichkeiten, seine Radtouren zu planen – mit kostenlosen Apps auf dem Smartphone beispielsweise. Wir geben einen Überblick.

Spezielle Fahrrad-Navis können gerne mal 200 Euro und mehr kosten. Dafür sind sie meistens recht klein, regendicht, nicht so stoßempfindlich und haben eine gute Akkulaufzeit, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Paulus Müller. Wer noch professioneller unterwegs sein möchte, kann auch Pulsgurt oder Trittfrequenzmesser an manche Navigationssysteme anschließen.

Diese Navis empfiehlt Paulus Müller allerdings vor allem denjenigen, die regelmäßig lange Touren mit dem Rad unternehmen.

"Professionelle Navis sind interessant für Menschen, die viele und lange Touren fahren und für Leute die sportlich unterwegs sind."
Paulus Müller, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Für alle anderen gibt es auch gute, kostenlose Apps, mit denen sich Radtouren planen und navigieren lassen. Wir stellen euch einige vor.

Radfahren in der Stadt

Wer in der Stadt von A nach B kommen möchte, dem reichen eigentlich schon Apps wie Google Maps oder andere Standard-Karten-Apps, sagt Paulus Müller. Es gibt aber auch Apps, die extra für das Fahrradfahren in der Stadt konzipiert sind: Bikemap oder Bikecitizens etwa.

"Es gibt auch extra Fahrrad-Apps für die Stadt. Die sind nochmal besonders angepasst auf das Radfahren im urbanen Raum."
Paulus Müller, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Bei Bikicitizens gibt es häufig auch Kooperationen mit Städten, bei denen die Nutzerinnen und Nutzer dann an bestimmen Bonus-Programmen teilnehmen können. Die Daten können dann Städte wiederum nutzen, um ihre Verkehrsplanung zu verbessern, so unser Reporter.

Ab in die Natur

Wer lieber auf dem Land radelt, dem ist mehr mit Outdoor-Navi-Apps geholfen, die es auch für Wanderausflüge gibt. Die wahrscheinlich bekannteste ist Komoot. Es gibt aber noch weitere Apps mit gleichem oder ähnlichem Funktionsumfang: Outdooractive, Naviki, Alltrails, Open-Route-Service oder OsmAnd. Bei einigen der Apps müssen Nutzerinnen und Nutzer einen Account anlegen, bei anderen nicht.

Für die Routenplanung kann man bei bei manchen Apps bestimmte Bedingungen vorgeben. Beispielsweise, ob die Route auf normalen Fahrradwegen verlaufen soll, ob Schotterwege enthalten sein dürfen oder – für Mountainbiker –, ob es durch richtiges Gelände gehen soll. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Routen aber auch ganz eigenständig planen.

Ein Mann steht mit seinem Rad auf dem Berg und schaut auf ein Tal
© Pexels | Pixabay
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Planen am großen Bildschirm

Da die Routenplanung auf den kleinen Smartphones manchmal nicht so einfach ist, empfiehlt Paulus Müller, das ganze auf den Computer zu verlegen.

"Ich nutze für die Routenplanung eigentlich immer meinen Rechner. Das ist auf dem kleinen Bildschirm und ohne Maus etwas fummelig. Da muss man sich in die jeweilige App auch immer ein bisschen einfuchsen."
Paulus Müller, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die meisten Apps bieten die Möglichkeit, die Route im Browser zu planen. Oft schlagen die Apps dann bestimmte Routen vor, die man dann beliebig und individuell anpassen kann. Beispielsweise lohnt es sich nachzusehen, was es auf dem Weg zu entdecken gibt.

Von den Erfahrungen der Community profitieren

In den Planungsapps haben oft schon anderen Radfahrerinnen schöne Aussichtspunkte oder gut befahrbare Wege markiert. Außerdem gibt es entweder in den Apps selbst Touren, die andere empfehlen, oder man sucht auf Webseiten von Städten, Radvereinen oder Reisebloggern nach spannenden Routen. Die Touren können dann als Datei heruntergeladen und in die App importiert werden.

Beide Hände an den Lenker!

Damit das Smartphone unterwegs nicht zur Last wird, empfiehlt Paulus Müller auf jeden Fall eine Handyhalterung, die es für ungefähr zehn Euro gibt. So hat man auch die Karten immer im Blick. Eine andere Möglichkeit ist es, sich die Route vom Smartphone auf Kopfhörern vorsagen zu lassen.