Unsere Reporterin Grit Eggerichs findet auf einem Dachboden Nazi-Zeug, Fotos aus dem Jahr 1935, alte Orden. Und was macht sie nun mit diesen Nazi-Devotionalien?

Es ist schon ein paar Jahre her, als Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs auf dem Dachboden eines Abrisshauses in Leipzig alte Dias und Orden aus der Nazizeit entdeckt: Ein Mann in Uniform mit Hakenkreuz-Armbinde, Sportler, die die Hand zum Hitlergruß erhoben haben und eine Fassade, die mit Hakenkreuzfahnen behängt wurde. 

Da sie nicht genau wusste, was sie damit machen soll, hat sie die Sachen aufbewahrt. 

Wenig Begeisterung auf dem Flohmarkt

Jahre später fallen Grit die Erinnerungsstücke aus der Nazi-Zeit wieder in die Hände. Sie geht auf den Flohmarkt damit. Doch die Händler dort wollen sich nicht zu ihrem Umgang mit Nazi-Devotionalien äußern. 

Erst in einem Berliner Trödelladen findet sie jemanden, der mit ihr über den Umgang mit Nazi-Devotionalien sprechen will. Der Besitzer hat keine Probleme damit - er verkauft solche Fundstücke einfach weiter. 3 bis 6 Euro nimmt er für Fotos.

"Ich habe keinen Skrupel das Zeug zu verkaufen. Das ist ja deutsche Geschichte, und man kann die ja nicht unter den Tisch schmeißen."
Besitzer eines Trödelladens im Berliner Stadtteil Wedding

Im Gesetz steht unter Paragraph 68a im Strafgesetzbuch: "Das Verwenden oder Verbreiten von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." 

Verkaufen ist kein Verbreiten

Wobei die Rechtssprechung das 'Verkaufen' von Dokumenten mit Nazi-Symbolen nicht per se als als ein 'Verbreiten' oder 'Verwenden' auffasst. Nur wer wiederholt mit Hakenkreuz-Orden oder SS-Dolchen handelt, muss mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

Vor zwei Jahren wurde ein Mann von einem Münchner Gericht zu einer Bewährungsstrafe und 1500 Euro Geldstrafe verurteilt. Wenn er vor dem Verkauf die Hakenkreuz abgeklebt hätte, wäre der Mann gar nicht erst vor Gericht gekommen. 

Grit verzichtet auf den Verkauf. Sie will die Fotos behalten. Und weiter recherchieren.