Wer sich einmal einen Nervenkitzel geholt hat, läuft Gefahr ihn immer wieder haben zu wollen. Das ist erklärbar: Im menschlichen Gehirn wirkt er ähnlich wie Drogen.

Der Einrad-Downhill-Fahrer Lutz Eichholz hat gemerkt, dass er einen Hang zu immer extremeren Einrad-Bergtouren hat. Kein Wunder, schließlich wirken extreme Situationen in gewissen Fällen wie eine Droge. Denn beim Basejumpen, Wingsuiten und anderen Extrem-Erlebnissen werden Neurotransmitter ausgeschüttet, die auch als Glückshormone bezeichnet werden. Das sind zum Beispiel Substanzen wie Dopamin, Noradrenalin, Serotonin oder Endorphine.

Die Macht des Belohnungssystems

Ein wichtiger Aspekt ist die Wirkung dieser Substanzen auf das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn. Wird das aktiviert, besteht die Gefahr der Sucht. Man will es einfach immer wieder ansprechen.

Ein Versuch mit Ratten zeigt, welche Macht das Belohnungssystem hat: Ihnen wurden Elektroden eingesetzt, die mit einer Taste verbunden waren. Immer, wenn die Ratten diese Taste betätigten, aktivierten sie ihr Belohnungssystem. Bei manchen Tieren ging es so weit, dass sie ausschließlich diese Taste drückten und sogar lebenswichtige Tätigkeiten wie schlafen, trinken und fressen vernachlässigten. Manche Ratten sind irgendwann erschöpft zusammengebrochen.

Gene machen Menschen zum Abenteurer

Auch bei unfreiwilligem Nervenkitzel können bei Menschen Glücksgefühle entstehen - allerdings nur, wenn man die Situation mit dem Gefühl verlässt, es gut und aus eigener Kraft überstanden zu haben. Der Stresspegel (Adrenalin) dürfte sowieso ähnlich sein.

Dass manche Menschen mehr Nervenkitzel suchen als andere, liegt übrigens auch an genetischen Komponenten. Bei manchen wiegt die Aussicht eines Gewinns schwerer als der potenzielle Schaden an ihrer Gesundheit.