Netzbastler Moritz Metz testet das "Long Range Wide Area Network" (LoRaWAN) - einen neuen Funkstandard für das Internet der Dinge. Und er baut mit uns einen sogenannten "Paxcounter" - ein Gerät, das zählt, wie viele Menschen mit Smartphone in der Nähe sind. Außerdem verrät uns Moritz, welche Informationen unsere Smartphones noch so Preis geben.

Netzbasteln - das heißt: Wir probieren Sachen aus, die Probleme lösen, die lecker schmecken, gesund sind, Spaß machen - oder die ganz neu, wahrscheinlich mal weitverbreitet und deshalb interessant sind. So tüftelt unser Bastelreporter Moritz gerade an LoRaWAN, einem Schmalband-Funkstandard für das Internet der Dinge, also smarte Geräte und Sensoren.

LoRaWAN ist bastlerfreunlich, kostengünstig, sendet wenig Daten - dafür weit - und verbraucht dabei kaum Strom. Ein Akkupack kann mehrere Jahre genügen. In Deutschland ist der Großteil der LoRA-Netze gemeinschaftlich organisiert: Jeder kann der Community-Initiative The Things Network beitreten, kostenlos über dessen ständig wachsendes Netzwerk funken oder sogar selbst einen Gateway für die nähere Umgebung betreiben.

Jeder kann LoraWAN betreiben

Und LoRa ist sinnvoll:

  • Die Berliner Müllabfuhr experimentiert mit einer LoRa-Füllstands-Übertragung von Unterboden-Mülltonnen am Alexanderplatz.
  • LoRaWAN-fähige SenseBoxen übermitteln Wetter und Umweltdaten an die OpenSenseMap - zum Beispiel vom Dach einer Berliner Grundschule.
  • Landwirte versehen ihre Kühe mit kleinen Solar-LoRaOhrschildern, die den GPS-Standort der Rinder übermitteln - und solche Tracker gibt es auch für gestohlene Fahrräder.

Bildergalerie

LoRa-Geräte
Die LoRa-Geräte basieren auf dem ESP32-Mikrocontroller, können Akkus laden und kosten rund 10 bis 20 US-Dollar.
LoRa-Geräte
Der Paxcounter hat vier Smartgeräte in der Umgebung detektiert - und diese Messung datenschutzkonform per LoRa versendet.
TheThingsNetwork
Die Daten kommen an bei TheThingsNetwork.
Plattform Tago.io
Live visualisiert werden die Daten dann etwa bei der Plattform Tago.io.
Probe-Requests
Unheimliches Kapitel sind Probe-Requests: Hier sucht Moritz' Laptop gerade öffentlich nach dem Netzbastel-Netzwerk.

Entdeckt hat Moritz das Paxcounter-Projekt samt guter Anleitung übrigens im Make Magazin 1/2019. Autor Sebastian Müller hat zusätzlich eine weitere Anleitung veröffentlicht - sowie ein Video-Tutorial.