Eine schöne Wohnung in einer neuen Stadt alleine bringt noch kein Zuhausegefühl. Dazu gehören auch die passenden Leute und Orte außerhalb der Wohnung wie die Stammkneipe, das Fitnessstudio oder auch eine Hausärztin. All das können wir über Google, Gastroportale, Facebook, persönliche Empfehlungen und Stadtmagazine finden. 

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie "Neu in der Stadt". Alle sieben Folgen findet ihr hier.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kristin Mockenhaupt ist selbst vor einigen Monaten umgezogen und lebt nun in Saarbrücken. Sie erzählt, wie sie alle nötigen Locations gefunden hat. 

Die richtigen Ärzte und Praxen finden

Gerade bei der Suche nach Ärzten sind Googlebewertungen keine große Hilfe, findet Reporterin Kristin. Denn hier gäben einfach viel zu wenige Leute eine Bewertung ab und gefühlt habe dort quasi jede Praxis eine gute Beurteilung. Insgesamt seien diese Bewertungen also nicht hilfreich, um neue Ärzte am neuen Wohnort zu finden. 

Neben Google gibt es im Netz auch spezielle Bewertungsportale, die bei der Recherche nach einer Praxis helfen sollen. Das bekannteste ist vermutlich Jameda. Aber auch beispielsweise Jameda sei mit Vorsicht zu genießen, so Kristin. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hat Anfang des Jahres Daten von Jameda ausgewertet. Sie deutet das Ergebnis so: Ärzte, die für ein Premiumprofil auf Jameda bezahlen, bekommen im Schnitt bessere Noten als jene, die nicht zahlen. 

Jameda erklärt Deutschlandfunk Nova gegenüber: Das Unternehmen beeinflusse in keinem Fall die Bewertungen oder Rankings, auch nicht diejenigen von Ärzten mit Premium-Profilen. 

Kristins Empfehlung lautet trotzdem, Ärzte am besten über Mund-zu-Mund-Propaganda zu suchen. Sie selbst habe damit die besten Erfahrungen gemacht.

Kristin Mockenhaupt im Studio
© Deutschlandfunk Nova
Reporterin Kristin Mockenhaupt im Studio

Dienstleister wie den richtigen Friseur finden

Nicht funktioniert hat es mit der Umfrage unter ihren neuen Kollegen. Kristin war in Saarbrücken auf der Suche nach einem neuen Friseur. Ihre Anforderungen: Der Friseur sollte in ihrem Stadtteil sein, und trockenes Haareschneiden sollte nicht mehr als 20 bis 25 Euro kosten.

Die beiden Vorschläge, die sie bekam, waren doppelt so teuer, sodass sie für Kristin nicht in Frage kamen. Erkundigungen in der eigenen Community funktionieren daher also immer nur dann, wenn der oder die Person, die wir um eine Empfehlung bitten, die gleichen Ansprüche hat. 

Um einen neuen Friseur zu finden, hat Kristin sich dann in der Facebook-Gruppe "Neu in Saarbrücken" umgehört. Leider erhielt sie nur eine einzige Antwort und dieser Friseur war sehr weit von ihrer Wohnung entfernt. Nicht hilfreich sei in diesem Fall die Googlebewertung gewesen, sagt Kristin. 

Letzten Endes ist sie einfach auf gut Glück zu einem Friseur in der Nähe ihrer neuen Wohnung gegangen und war damit ganz zufrieden. Sie würde auch ein zweites Mal zu diesem Friseur gehen. 

Die richtigen Restaurants, Cafés und Kneipen finden

Bei der Suche nach Restaurants, Cafés und Bars in Saarbrücken führten die Empfehlungen von Google Kristin nicht zu den gewünschten Locations. Der angeblich beste Imbiss der Stadt zum Beispiel sei ein totaler Reinfall gewesen.

Hilfreicher war für sie bei der Suche nach Gastrotipps das Bewertungsportal Yelp. Allerdings hätte sie ihre Lieblingspizzeria dadurch – so glaubt sie – auch  nicht gefunden. Diese wird nämlich erst auf Seite drei gelistet. Am besten funktioniere bei der Suche nach neuen Gastrolocations eindeutig wieder die Umfrage unter Kollegen. Darüber hat Kristin beispielsweise ihre neue Lieblingsbar gefunden. 

Kristin empfiehlt außerdem, auf Facebook nach "Neu-in-Gruppen" für die jeweilige Stadt zu suchen. In Essen hat sie damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht und ein paar neue Locations kennengelernt.

"​Ich bin da auch einige Male zum wöchentlichen Stammtisch gegangen, der ist immer woanders. Dadurch hab ich dann auch noch ein paar Locations kennengelernt."
Kristin über "Neu-in-Gruppen" auf Facebook

Eine weitere Quelle mit brauchbaren Infos sind zudem Stadtmagazine wie etwa das Magazin "Mit Vergnügen", das es für verschiedene große Städte gibt. Darin gibt es oft Listen mit guten Spots zum Frühstücken, zum Kaffeetrinken, oder um ins Kino zu gehen und, und, und. Außerdem testen die Redaktionen der Stadtmagazine auch neue Läden. 

"Da kann man sich da gut ein bisschen Inspiration holen, finde ich. Ich hab darüber schon einige gute Läden gefunden."
Kristin Mockenhaupt über ihre Erfahrung mit Stadtmagazinen als Infoquelle

Und neben der gezielten Suche nach dem, was wir in der neuen Stadt brauchen, sei es auch gut, manchmal einfach den Zufall entscheiden zu lassen. Bei Spaziergängen – ohne wirkliches Ziel – können wir auch neue Läden oder Kneipen entdecken, die bisher vielleicht noch in keinem Stadtmagazin stehen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie "Neu in der Stadt". Alle sieben Folgen findet ihr hier.