Draußen geht die nächste heiße Phase für Allergiker los. Nach den Frühblühern sind jetzt Gräser, Roggen und Beifuß dran. Die Zahl der Allergiker steigt weltweit. Das zeigt auch eine aktuelle Studie vom Robert Koch Institut. Forscher warnen Allergiker jetzt vor neuen Gefahren durch eingeschleppte Pflanzen-Arten.

In den allermeisten Fällen schleppen wir die neuen Allergie-Auslöser selbst ein. Ein gutes Beispiel ist die Birke. Die kommt eigentlich aus Skandinavien und ist von deutschen Landschaftsgärtnern zu uns ins Land geholt worden. Birkenpollen zählen mittlerweile zu einem der häufigsten Allergie-Auslöser. 

Gelernt haben wir daraus aber nicht, erklärt Torsten Zuberbier, vom Allergie-Zentrum an der Charité in Berlin. Wir holen uns also nach wie vor Pflanzen ins Land, von denen wir wissen, dass sie ein hohes Potential haben, Allergien auszulösen.

"Der neueste Trend sind Olivenbäume, die kälteresistent gezüchtet sind. Die stehen in Cafés und wir sitzen mit der Nase in der Höhe der Bäume und können Beschwerden bekommen."
Torsten Zuberbier, Allergie-Zentrum der Berliner Charité

Wenn es schick und exotisch aussieht, ist es vielen Leuten scheinbar egal, wenn die Pflanze Allergien auslösen kann. Ein anderes aktuelles Beispiel dafür ist die japanische Zeder, die von Gartenhäusern gerade in großen Mengen für deutsche Gärten importiert wird, weil sie so hübsch ist. 

"Die japanische Zeder ist in Japan das allerhäufigste Allergen überhaupt. Über 30 Prozent der Bevölkerung reagieren darauf."
Torsten Zuberbier, Allergie-Zentrum der Berliner Charité

Allergiker reagieren meist auf mehrere Pflanzen allergisch. Also könnte man meinen, noch eine mehr ist dann auch nicht so schlimm. So ist es aber nicht. Denn hoch allergene Pflanzen wie Olivenbäume oder japanische Zedern können Allergien verschlimmern. Es können zum Beispiel chronische Atemwegsbeschwerden daraus entstehen. Dann wird aus einem harmlosen Heuschnupfen am Ende Asthma. 

Was tun gegen die neuen Allergie-Auslöser?

Für die neuen Trendpflanzen gibt es bislang nur eingeschränkt Allergie-Tests. Für den Olivenbaum gibt es zum Beispiel noch keinen zugelassenen Test. Deshalb schlägt der Allergieexperte Torsten Zuberbier vor, die Trends zu ignorieren und sich unproblematische Pflanzen in die Wohnung zu stellen oder in den Garten zu pflanzen.

Oleander macht zum Beispiel überhaupt keine Allergien und blüht wunderbar. Auch immergrüne Kiefern, Tannen, Fichten sind wenig allergen, aber eigentlich auch ganz schön. 

Mehr über Allergien: