Zwei Prozent der Menschheit sind weg. Einfach verschwunden - und der Rest der Menschheit muss irgendwie weiterleben. Das ist das Szenario, das HBO in seiner neuen Serie "The Leftovers" zeigt, die gerade in Deutschland läuft.

Babys, Kinder, Erwachsene, Jennifer Lopez, der Papst - sie alle sind weg. Zwei Prozent der Menschheit sind einfach verschwunden. Die HBO-Serie "The Leftovers" nimmt das als Ausgangspunkt, macht dann einen Zeitsprung und zeigt, wie die Welt drei Jahre später mit dem ungeklärten Verschwinden umgeht. Man versucht mit Gedenktagen und wissenschaftlichen Kommissionen, das alles aufzuarbeiten - und fragt sich, ob der Vorfall vielleicht sogar eine biblische Strafe ist.

Im Mittelpunkt der Serie, die gerade in Deutschland läuft, steht zuerst eine Familie an der Ostküste. Die hat zwar niemanden verloren, zerbricht aber trotzdem an dem Verschwinden. Dann wird der Kreis erweitert um immer mehr Protagonisten. "Eine typische HBO-Serie mit sogenannten Mittelpunktsfiguren", sagt unser Serienexperte Hendrik Efert. "Die treiben die Erzählung zwar nicht als klassische Hauptfiguren voran, aber von ihnen gehen die Erzählungen aus."

"Das macht das Folgen zunächst etwas herausfordernder, es gibt nicht den Einen, mit dem man mitfiebert. Der Mehrwert ist aber letztendlich bei diesen Ensembleerzählungen höher."
Hendrik Efert, DRadio Wissen Serienexperte

Der Hintergrund der Serie, eine Art Post-Apokalypse, ist gerade schwer angesagt. Ein ähnliches Motiv haben wir auch schon bei The Walking Dead gesehen, nach der Zombieapokalypse, The Last Ship von Michael Bay beschäftigt sich mit Pandemie, oder auch The After von Amazon.

Das entspricht dem Zeitgeist: Die Wirtschaftskrise, der Klimawandel und politische Umbrüche beschäftigen die Zuschauer und lassen schon mal düstere Weltuntergangsgedanken aufkommen.

Perfekte Serie für den Herbst

Wer Lost mochte, wird auch "Leftovers" mögen, vermutet Hendrik Efert. Nach etwa drei Folgen tritt der berühmte Suchtfaktor ein. Allerdings sollte man keine Angst vor verschiedenen Erzählsträngen und größeren Ensembles haben.

"Leftovers" ist kein Berieselungsfernsehen, auch nichts für Feel-Good-Film-Gucker. Dafür bietet die Serie "episch dargestellte Verzweiflung mit Mysteryx-Elementen", sagt Hendrik Efert - vielleicht die perfekte Serie für den Herbst.