Der neue Formel-1-Chef Chase Carey will die Formel 1 näher an die Menschen bringen - zum Beispiel, indem er die Grand Prixs zu kleinen Ausgaben des Super Bowl macht.

Formel 1 und Bernie Ecclestone - eine solche Verbindung haben nicht mal die Fifa und Sepp Blatter hinbekommen. Ecclestone war die Formel 1, und umgekehrt. Nun ist da der neue: Chase Carey. Er ist mit dem Murdoch-Clan verbandelt und Teil des Management des Medienunternehmens 21st Century Fox.

Louis Hamilton als Social-Media-Vorbild für die Formel 1

Die Formel 1 hat in den vergangenen Jahren an Zuschauern verloren, das Interesse ist gesunken. Die Popularität der Formel 1 wieder zu steigern, ist jetzt Aufgabe für Carey. Der hat auch schon Ideen: Er will aus jedem Formel-1-Grand-Prix einen Super Bowl machen. Er stellt sich vor, jedes Rennen wird zum Event. Autofahren ist der Anlass, der Rest wird genauso wichtig: Essen, Musik, Ausstellungen, Spektakel.

Dazu müssten manche Rennen auch näher an die Menschen, am besten direkt die Stadt, wie das in Monaco der Fall ist. Ein Formel-1-Rennen in New York kann er sich vorstellen.

Außerdem will Carey der Formel 1 eine moderne Kommunikationsstrategie verpassen, was dazu führen könnte, dass die Formel 1 zum Beispiel ihre Aktivitäten in den sozialen Medien verstärkt. Louis Hamilton ist da für Carey Vorbild - der präsentiert sich im Netz als Glamour-Boy.

Rebellion der Kleinen

Carey erbt zudem die Bevorzugung der großen Rennställe. Ecclestone hat Ferrari, Mercedes und Red Bull bevorzugt, ihnen mehr Geld als den kleinen zugesichert. Der Deal gilt bis 2020, dann muss neu verhandelt werden. Die kleineren Teams werden das nicht kritiklos hinnehmen. "Das wird der große Lackmustest für Carey", sagt DRadio-Wissen-Reporter Philipp May.