Wenn wir andere Menschen mögen, dann können wir sie gut riechen. Hinter diesem abgedroschen wirkenden Sprichwort steckt ernsthafte Biologie. Wieso, das erklärt die Neuropsychologin Ilona Croy in dieser Ab21-Folge.

Von wegen Liebe geht durch den Magen! Unsere Nase spielt bei der Wahl eines Partners oder einer Partnerin eine größere Rolle als viele von uns wahrscheinlich vermuten. "Der Körpergeruch gibt uns Infos, über die wir uns meistens nicht bewusst sind", sagt die Neuropsychologin Ilona Croy. Studien zeigen, dass wir riechen können, wenn ein anderer Mensch krank ist, ob er zu unserem engeren Familienkreis gehört, ob ein Mensch Angst oder Freude verspürt oder ob jemand von seinem Immunsystem her zu uns passt oder nicht, erklärt sie.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Unsere Nase entscheidet mit, wen wir sympathisch finden und wen wir lieben. Ihr Einfluss ist aber je nach Geschlecht ein anderer - Gerüche wirken auf Frauen anders als auf Männer. Entscheidend ist laut Ilona Croy dabei die genetische Codierung des Immunsystems.

"Frauen finden den Körpergeruch attraktiver, wenn er genetisch unterschiedlich ist."
Neuropsychologin Ilona Croy

Eine Frau fühlt sich demnach je eher von einem Männergeruch angezogen, desto mehr sich der Mann genetisch von ihr unterscheidet. Männern hingegen sei es ganz egal, wie das Immunsystem einer Frau genetisch codiert sei, wenn es darum ginge, die Attraktivität einer Frau zu bestimmen. Sie würden in Studien die eigene Partnerin als am attraktivsten bewerten und zwar besonders dann, wenn sie sich schon sehr lange kennen, erklärt die Expertin.

Unser Geruchssinn kann unsere Sexualität beeinflussen

Auch der Zyklus einer Frau beeinflusst ihre Geruchsattraktivität. So sei der Körpergeruch der Frau in der Ovulationsphase ein anderer als in der Menstruationsphase. "Männer finden den Körpergeruch, der Frauen während des Eisprungs abgenommen wurde attraktiver als Körpergeruch von Frauen, die sich gerade in der Menstruationsphase befinden", sagt Ilona Croy. Hinzu käme, dass Frauen, die gerade in der Phase des Eisprungs sind, in dieser Zeit empfänglicher für männliche Körpergerüche seien als in der Menstruationszeit.

"Der Geruchssinn macht etwas damit, wie wir unsere Sexualität erleben."
Neuropsychologin Ilona Croy

Der Duft zeigt uns also, ob die Chemie stimmt. Und er beeinflusst offenbar sogar die Qualität unseres Sexlebens: In einer Studie fand Ilona Croy heraus, dass Menschen, die besonders gut riechen können, ihre Sexualität als angenehmer empfinden im Vergleich zu Menschen, die schlechter riechen können.

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