Bei einem Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es mindestens 49 Tote gegeben. Premierministerin Jacinda Ardern spricht von einem Terrorakt. Vier Verdächtige sind bislang festgenommen worden.

Nach Augenzeugenberichten hat ein Mann zunächst in einer Moschee in der Innenstadt von Christchurch um sich geschossen, wo sich hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelt hatten. Später sind auch noch in einer anderen Moschee Schüsse gefallen. 

"Die Angriffe haben offenbar fast zeitgleich stattgefunden", sagt unser Nachrichten-Redakteur Arne Hell. Die Innenstadt Christchurchs ist nach den Übergriffen abgeriegelt worden und die Menschen sind aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Drei Männer und eine Frau festgenommen

Die Opferzahl ist mittlerweile auf 49 Tote gestiegen. Premierministerin Jacinda Ardern nannte die Angriffe einen der dunkelsten Tage in der Geschichte Neuseelands. Neuseeland sei angegriffen worden, weil es für Vielfalt stehe.

Nach Angaben eines Polizeisprechers sind inzwischen vier Verdächtige festgenommen worden – drei Männer und eine Frau. Wie die Festnahmen abgelaufen sind, sei bisher nicht klar, sagt Arne Hell. An Fahrzeugen der Angreifer sind Sprengsätze gefunden worden, die Experten der Armee entschärfen konnten. Der Anschlag sei gut vorbereitet gewesen. Die mutmaßlichen Angreifer seien nicht auf Terror-Listen geführt worden.

Die Angriffe waren politisch motiviert

Die Angriffe werden als politisch motivierte Angriffe eingestuft und gelten somit als Terrorakte. Vor den Taten ist über die sozialen Medien eine Art politische Rechtfertigung für die Gewalt verbreitet worden. Die dazugehörigen Accounts werden einem der Täter zugeordnet. Dieses rassistische Manifest soll rund 80 Seiten umfassen - voller Beschimpfungen von Muslimen und Einwanderern.

Auch ein Video der Tat ist über die sozialen Medien verbreitet worden. Das Videomaterial zeige den Angriff auf eine der Moscheen: Der Täte hat sich wahrscheinlich gefilmt und seine Tat live gestreamt.

Australischer Rechtsextremist an dem Attentat beteiligt

Der australische Premierminister Scott Morrison hat erklärt, dass auch ein Australier an den Angriffen beteiligt gewesen sei. Es handele sich um einen rechtsextremen gewalttätigen Terroristen.

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