Ab 2018 wird Cannabis in Kalifornien legalisiert. Im sonnigen Bundesstaat kommt der Markt gerade in Schwung, nur die Banken haben noch Vorbehalte.

In Kalifornien ist der Cannabis-Markt jetzt schon relativ groß, weil die Bewohner des Bundesstaates wenige Hürden überwinden müssen, um an den Stoff heranzukommen. Ein ärztliches Attest reicht aus, um die Droge legal zu erwerben. Und das bekommt man schon bei einem Videochat mit einem Arzt, berichtet unser Reporter Marcus Schuler in Kalifornien. 

Cannabis nach Hause liefern lassen

Im kommenden Jahr wird Cannabis in Kalifornien legalisiert und man merkt jetzt schon, dass der Markt in Schwung kommt. Die Zahl der Dispensaries - Läden, die Cannabis verkaufen - in Kalifornien steigt, wie man auf Weedmaps beobachten kann, sagt Marcus. Viele bieten auch einen Lieferdienst an, mit dem man sich die Droge nach Hause bestellen kann. 

"Die Bedingungen in Nordkalifornien sind sehr gut, weil es hier sehr viel Sonne gibt - täglich 12, 14 Stunden. Das Klima ist nicht super heiß und die Konkurrenz ist weit entfernt in Mexiko."
Marcus Schuler, Reporter in Kalifornien
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Cannabis entwickelt sich zum Lifestyle-Produkt: Man kann es essen, als Mikropille lutschen und es gibt auch Cannabis-Limonaden. 6 bis 7 Milliarden Dollar könnte nach der Legalisierung im kommenden Jahr in Kalifornien eingenommen werden, schätzen Experten. 

Früher wurde der größte Teil des kalifornischen Cannabis aus Mexiko importiert. Inzwischen ist der THC-Gehalt der kalifornischen Pflanzen viel höher, so dass immer mehr Cannabistransporte von Kalifornien nach Mexiko führen. 

"Mittlerweile beschweren sich die mexikanischen Behörden darüber, dass der Drogenverkehr auf einmal nicht mehr von Süd nach Nord läuft, sondern von Nord nach Süd."
Marcus Schuler, Reporter in Kalifornien

Im Moment bezahlt man für einen gedrehten Joint 10 Dollar. Der Cannabis-Redakteur der Zeitung San-Franscisco-Chronicle, David Downs, prophezeit für die Anfangszeit der Legalisierung, dass alle Händler sich gegenseitig unterbieten und die bisherigen Preise mindestens halbiert werden. 

Cannabis-Händler können kein Bankkonto eröffnen

Bisher können weder Cannabis-Produzenten noch Händler ein Konto bei einer Bank eröffnen. Das ist für viele von ihnen ein Ärgernis, weil sie viel Bargeld einlagern müssen. Deswegen machen sie beispielsweise keine Schilder an ihre Türen, aus Angst vor Raubüberfällen.

Das liegt daran, dass die Banken die Bankenaufsicht fürchten. Denn auf Bundesebene ist Cannabis immer noch verboten. Die Banken haben die Sorge, dass die Bundesbehörde ihnen einen Strich durch die Rechnung macht, wenn sie Geld von Cannabis-Produzenten annehmen. 

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