Viermal pro Woche rückt die Feuerwehr von New York City durchschnittlich aus, um Fahrradakku-Brände zu löschen. Besonders betroffen sind E-Lieferbikes. Defekte Akkus haben unter Umständen auch eine hohe Sprengkraft.

Eine zunehmende Gefahrenquelle stellen die Akkus von E-Bikes und Co. dar. Die Fälle von Akkubränden soll sich in New York City im vergangenen Jahr verdoppelt haben - darauf weist die Feuerwehr hin. Die Rettungskräfte sind im Durchschnitt viermal pro Woche im Einsatz, um Brände zu löschen. Bei 174 Akku-Bränden, bei denen die New Yorker Feuerwehr gerufen wurde, sind in NYC bereits sechs Menschen ums Leben gekommen und 93 verletzt worden.

"Die E-Bikes sind nicht wirklich für unsere Straßen gemacht."
Oberster Brandinspektor der New Yorker Feuerwehr

Die deutliche Häufung der Akkubrände lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass es inzwischen deutlich mehr E-Bikes und andere akkubetriebene Gefährte auf den Straßen gibt. Das ist aber nicht der einzige Grund: Besonders betroffen sind die Akkus von intensiv genutzten E-Bikes von Lieferdiensten. Diese sind zudem häufig permanent dem Wind und Wetter ausgesetzt. Was den Akku zusätzlich beeinträchtigen kann.

In New York City wird derzeit darüber diskutiert, ob Lieferdienste ihre E-Bikes in Lade-Hubs laden sollten, um die Gefahr eines Brandes besser kontrollieren zu können.

Zu Hause geladen: Defekte Akkus können zu Wohnungsbrand führen

Wer sein E-Bike zu Hause lädt, sollte sich bewusst darüber sein, dass ein Akkubrand zu einem Wohnungsbrand führen kann. Und nicht nur das: Ein Sprecher der New Yorker Feuerwehr spricht von Erfahrungsberichten, bei denen Leute diese Akkus als explosiv beschrieben haben. Die Sprengkraft soll dabei Wände zwischen Räumen in Wohnungen zum Einsturz gebracht haben.

"Es gibt Berichte von Wohnungsbränden nach dem Entzünden von E-Scooter oder E-Bike-Akkus. Das Probleme gibt es grundsätzlich auch hier in Deutschland."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Brandgefahr mindern

Die Brände bei diesen Lithium-Akkus entstehen in der Regel beim Ladevorgang. Oft werden Akkus über Nacht geladen und dabei nicht beaufsichtigt. Wie sicher ein Akku ist, hängt meist von verschiedenen Faktoren ab. Die Nutzung von gebrauchten Akkus, der Einsatz von nachgemachten Ladegeräten, der längere Ladevorgang bei älteren Akkus – all das kann dazu führen, dass Akkus nicht mehr ganz so sicher sind.

Inzwischen gibt es Firmen, die Sicherheitsbeutel für den Ladevorgang herstellen. Die können im Fall eines Brandes zwar nicht die Rauchentwicklung verhindern, aber dafür sorgen, dass keine offenen Flammen entstehen.

Um die Gefahr bei der Nutzung zu minimieren, hat die EU Mindeststandards für E-Bike und E-Scooter-Akkus festgelegt. Diese Richtlinien sollen bis 2024 in das nationale Recht der jeweiligen Mitgliedsstaaten übertragen werden.

"Ein Problem bei den Akkus ist, dass die Ladelänge mit dem Alter der Akkus zunimmt. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Ladevorgang dauerhaft von einer Person überwacht werden kann."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova
  • Kurz und Heute
  • Moderation:  Markus Dichmann
  • Gesprächspartner:  Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova