Unsere Haustiere sind ganz feine Charaktere. Kläffende Hunde überspielen bloß, dass sie Angsthasen sind. Und manche Katze kann nicht gut mit Fremden, weil sie eine schwere Kindheit hatte. Doch auch primitive Tiere haben Gefühle.

Hunde- oder Katzenbesitzer werden bestätigen, dass ihr vierbeiniger Liebling einen einzigartigen Charakter besitzt. DRadio-Wissen-Tierexperte Dr. Mario Ludwig erklärt, dass auch primitive Tiere ganz eigene Persönlichkeiten sind.

"Unterschiedliche Persönlichkeiten gibt es nicht nur bei Hunden und Katzen, sondern auch bei sogenannten niederen Tieren, wie etwa Tintenfischen oder Spinnen."
DRadio-Wissen-Biologe Mario Ludwig

Wissenschaftlich nachgewiesen hat ein amerikanischer Biologe vor ein paar Jahren die Persönlichkeit bei Tintenfischen. Roland Anderson setzte 44 Exemplare des Octopus rubescens jeweils einer Serie von identischen Reizen aus: Er berührte sie mit einer Bürste, bot ihnen eine leckere Krabbe an oder öffnete einfach ihr Aquarium. Alle verhielten sich unterschiedlich und blieben auch bei diesem Verhalten. Angsthasen blieben ängstlich, Rambo-Tintenfische gingen auch bei späteren Tests mutig nach vorne.

"Ein mutiger Tintenfisch war nicht bereit, klein beizugeben. Er verspritzte kräftig Tinte und schwamm dann völlig ungerührt im Schutz der Wolke einfach weiter."
Tierexperte Dr. Mario Ludwig

Jüngere Forschungsergebnisse zeigen, dass sogar Spinnen so etwas wie einen eigenen Charakter haben. Bei einer sozialen Spinnenart namens Anelosimus studiosus haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass es eine Arbeitsteilung gibt, die dem Charakter der jeweiligen Spinne entspricht.

Auch Spinnen sind Draufgänger, Angsthasen oder Autisten

Die Forscher fanden zwei Typen: Den Rambo-Typ, der für Beutejagd und die Verteidigung zuständig ist. Und Softies, die sich um den Nachwuchs kümmern. Um das zu überprüfen, forderten die Forscher die Spinnen mit der jeweils anderen Tätigkeit heraus. Die Rambos mussten sich als Ammen versuchen und die Softies bei der Jagd beweisen. Das hat nicht geklappt. Offensichtlich folgen die Spinnen in Sachen Arbeitsteilung tatsächlich ihren angeborenen Fähigkeiten. Nach Ansicht der Wissenschaftler sind die sozialen Spinnen in dieser Hinsicht durchaus mit uns Menschen vergleichbar.

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