Es stürmt und regnet und die Sonne lässt sich tagelang nicht blicken - bei so viel Niederschlag fühlen sich viele von uns regelrecht niedergeschlagen. Aber Regen kann noch mehr, haben verschiedene Studien festgestellt: Er beeinflusst, welche Musik wir hören, wie hungrig wir sind, ob wir Opfer eines Verbrechens werden könnten, wie wir schlafen, sogar ob ganze Dynastien zusammenbrechen oder nicht.

Regen und der Untergang von Dynastien

In China hat eine Gruppe von Forschern Stalagmiten untersucht. Die Tropfsteine geben Auskunft darüber, wie stark die Regengüsse im Sommer in dieser Region zu einer bestimmten Zeit in der Geschichte ausgefallen sind. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Tang, Yuan und Ming-Dynastie zu einer Zeit endeten, in der es weniger geregnet hat. Die Forscher glauben, dass die Reisernte wegen des geringen Niederschlags schlecht ausgefallen sein muss. Das könnte wiederum zu Unruhen in der Bevölkerung und zu einem sozialen Umbruch in der Gesellschaft geführt haben. 

"Da, wo deutlich weniger Regen runter kam, gab es soziale Umbrüche. So wurden die Tang, die Yuan und die Ming-Dynastie beendet."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Regen und die Zahl von Verbrechen

Eine Untersuchung, die vor zehn Jahren in den USA durchgeführt wurde, zeigt, dass die Mordrate in New York City an Regentagen deutlich abnimmt. Im Durchschnitt gibt es weniger Verbrechen, wenn es regnet, das bestätigte 2015 auch eine Studie aus der britischen Stadt Manchester. Einige Forscher glauben, dass die Zahl von Morden abnimmt, weil weniger Menschen das Haus verlassen, wenn es regnet. Ob es bei Regen mehr Fälle von häuslicher Gewalt gibt, weil die Leute mehr gemeinsame Zeit in ihren Wohnungen verbringen, darüber sind sich die Wissenschaftler aber noch uneinig. 

Regen und Musik

Gemeinsam mit einem Wetterdienst hat Spotify untersucht, welche Musik gehört wird, wenn es regnet. Das Ergebnis war eindeutig: Bei Regen hören wir andere Musik als bei Sonnenschein. Regen lässt uns ruhigere, akustische Musik hören. Bei Regen hören wir auch eher mal kompliziertere Stücke oder Sachen, die uns zum Nachdenken anregen.

Bei der Studie kam zum Beispiel heraus, dass Leute in Houston extrem auf Regen reagieren: Dort werden 120 Prozent mehr akustische Songs bei Regenwetter abgespielt. Dabei zeigte sich auch, dass auch regionale Unterschiede eine Rolle spielen. In Sydney wird bei Regen beispielsweise die mit Abstand traurigste Musik gehört. 

"Regen lässt uns ruhigere, akustische Musik hören. "
Klaus Jansen, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Mehr zum Thema: