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Bei einem Unfall oder anderen Notfall wählen wir in der Regel die 110 bzw. 112. Ab sofort haben wir in solchen Momenten noch eine weitere Option: eine offizielle App. "Nora" wurde speziell für diese Funktion entwickelt – für das Absetzen eines Notrufes.

Nora ist ein Akronym und steht für Not-Ruf-App. Als Alternative zu den bekannten Telefonnummern 110 und 112 können wir damit in ganz Deutschland ab sofort einen Notfall melden. Eine kleine Einschränkung gibt es aber für Berlin - da dauert es noch etwas.

In der App können wir auswählen aus verschiedenen Kategorien, zum Beispiel:

  • Polizei-Notfall
  • Unfall
  • Feuer
  • Erkrankung
  • Überschwemmung
  • Person in Not
  • Tier in Not

Zusätzlich müssen dann mindestens der Ort des Geschehens, der Name und die Telefonnummer angegeben werden. Wer möchte, kann diese Daten vorher schon speichern, dann geht es im Notfall natürlich schneller.

"Wer die persönlichen Daten in der App speichert, ist im Notfall schneller."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Unser Netzreporter Konstantin Köhler hat die App bereits installiert und einen "Demo-Notruf" gestartet, um das Ganze zu testen. Scheinbar erfolgreich, denn weder Polizei noch Feuerwehr standen danach vor seiner Tür.

Standortübertragung und Barrierefreiheit

Ein großer Vorteil gegenüber dem Anruf bei Polizei oder Feuerwehr: Wenn die Standortdaten im Smartphone aktiviert sind, wird der Standort des Unglücks bzw. Notfalls automatisch übertragen. Das kann in einer Ausnahmesituation sehr hilfreich sein – etwa bei einem Verkehrsunfall, bei dem man den eigenen Standort am Telefon beschreiben muss. Wer sich an dem entsprechenden Ort nicht auskennt, ist da meistens aufgeschmissen. Außerdem hat man in so einer Situation ganz andere Dinge im Kopf und kann sich nicht gut fokussieren.

"Die App ist auch für Menschen mit Hör- und Spracheinschränkungen eine Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Auch die Barrierefreiheit dürfte für einige Menschen ein wichtiger Punkt sein, sagt Konstantin Köhler. Mit der App können nämlich auch Hör- und Sprachgeschädigte um Hilfe rufen. Sie können in der App angeben, dass sie nicht sprechen bzw. hören können und dass die Kommunikation mit der Leitstelle dementsprechend still erfolgen muss. Das könnte zum Beispiel in häuslichen Gewaltsituationen auch nötig sein, so unser Netzreporter.

Weniger fehleranfällig als ein Anruf

Ein weiterer Punkt, der für die App spricht: Die schriftliche Datenübertragung per App ist weniger fehleranfällig als die mündliche Übermittlung von Informationen am Telefon. Wer Name und Telefonnummer schon eingetragen hat und die Standortdaten aktiviert, für die oder den ist der Notruf eine Sache von Sekunden.

Nora gibt es übrigens auch in englischer Sprache. Womöglich wird das Angebot bald auch noch erweitert, sagt Konstantin Köhler.

Wichtig: Nora "doppelt" sich nicht mit Warn-Apps wie Katwarn oder Nina. Diese erfüllen eine andere Funktion. Sie liefern Warnungen zu Unwettern oder anderen wichtigen Ereignissen, etwa zu Corona. Die Notruf-App Nora wird sich dagegen nicht melden oder sonst irgendwie in Erscheinung treten, wenn sie nicht aktiv benutzt wird.