Kein Nutella mehr! Gesagt hat das die französische Umweltministerin Ségolène Royal. Denn in dem Aufstrich steckt Palmöl. Aber warum soll Palmöl eigentlich so böse sein?

Die französische Umweltministerin Ségolène Royal rief zum Nutella-Boykott auf. Denn darin sei Palmöl enthalten. Dann ruderte sie zurück und entschuldigte sich beim Hersteller Ferrero. Die Firma wird sogar von Greenpeace gelobt: Ferrero habe den Anteil an Palmöl aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen erhöht.

Das ist wirklich lobenswert. Doch das Problem bleibt: Zunächst braucht es Plantagen, um Palmöl anzubauen - nachhaltig oder auch nicht.

Palmöl kann vielseitig genutzt werden und ist günstig - das ist gut, aber eben auch ein Fluch. Für den Anbau werden große Flächen Regenwald gerodet. Auf den Plantagen entstehen dann riesige Monokulturen.

"Das ist eine weltweite Katastrophe. Inzwischen springen alle möglichen Länder auf den Zug auf. Sie wollen mit Palmöl auf Kosten der Regenwälder Geschäfte machen."

Plantagen gibt es in Südamerika und Westafrika. Vor allem aber in Indonesien und Malaysia. Indonesien ist das größte Anbaugebiet für Palmöl. In den vergangenen 20 Jahren wurden 4,2 Millionen Hektar Regenwald durch Ölplantagen ersetzt. Das entspricht etwa der Größe Dänemarks.

In zwei Händen liegen die Früchten der Ölpalme; Bild: dpa
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Das ist sie: die Frucht der Ölpalme. Ihr Öl steckt in Margarine, Schokolade und Chips. Aber auch in Waschmittel oder Duschgel. Also in ziemlich vielen Lebensmitteln und Produkten.

Und der Bedarf an Palmöl dürfte sogar noch wachsen. Denn das Öl wird auch als Biokraftstoff gehandelt. Wie kann also eine Lösung aussehen? Alternativen zum Palmöl gibt es - zum Beispiel Raps, Leinöl oder Sonnenblumen. Doch die sind deutlich teurer. Das heißt, hier sind auch wir Verbraucher gefragt.

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