Den IS-Terroristen muss der Geldhahn abgedreht werden - darin sind sich die G7-Finanzminister einig. Das gilt auch für digitale Währungen. Vor allem geht es um Bitcoins, die stärker kontrolliert werden sollen.

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass IS digital bezahlt. Es ist schließlich eine relativ einfache und sichere Methode, unerkannt Geld zu versenden. Bitcoin sind eine dezentrale Währung, es gibt keine Bankenaufsicht, deswegen sind Transaktionen nur schwer zu verfolgen. IS-Sympathisanten in Europa oder in den USA könnten zum Beispiel Bitcoin benutzen, um Spenden an den IS zu schicken. Man kann aber nicht nur Geld verschicken, man kann damit auch recht gut einkaufen. Im Dark Net lassen sich mit Bitcoin unerkannt Waffen kaufen.

Unerkannt Geld versenden

Klar ist aber auch: Bisher gibt es nur Indizien, dass der IS Bitcoin nutzt. Einige IS-nahe Blogs sollen das zum Beispiel empfohlen haben. Und das Hacker-Kollektiv Ghost Security Group aus dem Dunstkreis von Anonymous behauptet, es habe vor einiger Zeit mehrere Bitcoin-Konten des IS aufgedeckt. Auf einem sollen drei Millionen Dollar lagern. Das klingt erst mal viel, man muss das allerdings in Relation sehen. Die Hacker schätzen, dass nur etwa 1 bis 3 Prozent des IS-Vermögens in Bitcoin vorhanden ist. Auch Friedrich Schneider, Wirtschaftsprofessor aus Linz, geht davon aus, dass der IS Bitcoin nur am Rande nutzt - wenn überhaupt.

"Ich bin nicht davon überzeugt, dass Bitcoin schon ein so akzeptiertes Zahlungsmittel ist, dass es für terroristische Zwecke so ohne Weiteres einzusetzen ist."
Friedrich Schneider, Wirtschaftsprofessor aus Linz

Den Theorien nach erhält der IS vor allem Spenden in digitalen Währungen. Darüber hinaus macht der IS viele lukrativere Geschäfte. Er erhebt hohe Steuern und verkauft Öl und geraubte Kunstwerke auf dem Schwarzmarkt. Und auch die Attentäter in Europa wurden wohl eher nicht mit Bitcoin ausgestattet, um sich vor Ort zu finanzieren. Der IS kann zum Beispiel verschieden Personen jeweils mehrere Tausend Dollar überweisen. In kleinen Tranchen, sodass es niemanden auffällt. Und das perfide an Attentaten wie jetzt in Paris ist auch: Sie kosten wenig Geld.