Erstmals haben Forscher genau bestimmen können, von welchen Tierarten die Kleidung der jahrtausendalten Eismumie Ötzi stammt. Für Mütze, Schuhe und Umhang wurden mindestens fünf verschiedene Tierarten verwendet. Das haben Wissenschaftler jetzt durch Gen-Analyse herausgefunden.

Als der Steinzeitmensch Ötzi vor 25 Jahren gefunden wurde, wirkte er zunächst nackt, nach und nach haben Wissenschaftler dann aber noch Fetzen von Leder gefunden. Und diese Fetzen wurden jetzt erneut untersucht und zwar auf Gen-Spuren hin.

Mütze aus Bärenfell

Dabei kam heraus, dass er eine Mütze aus Bärenfell trug. Sein Köcher, in dem er Pfeile transportierte, war aus Rehleder - und stammte nicht von einer Gemse, wie bisher vermutet worden war. Das deute darauf hin, dass der Mann aus dem Eis einst auch Wildtiere jagte und nicht nur mit der Viehhaltung beschäftigt war. Der Lendenschurz vom Mann aus dem Eis, also ein Lederfetzen, der um den Körper gewickelt wurde, stammt von einem Schaf.

"Für uns Archäologinnen ist jedes Detail vom Mann aus dem Eis interessant."

Das Besondere an Ötzi ist, dass der Mensch vor über 5000 Jahren gelebt hat und relativ gut erhalten ist. Wissenschaftler untersuchen die Mumie immer wieder mit Blick auf alle möglichen Aspekte, die Aufschluss über das Leben in der Kupferzeit geben sollen. Wir erfahren dadurch zum Beispiel, welche Materialien die Menschen verwendet haben oder welche Ressourcen ihnen zur Verfügung standen und welches Know-How die Menschen hatten.

Genetische Spuren der Tiere

Die neuen genetischen Untersuchungen geben uns aber auch Rückschlüsse über die Tiere, die damals in den Alpen gelebt haben. Die Wissenschaftler konnten jetzt auch nachweisen, dass das genetische Material der Tiere von damals immer noch übereinstimmt mit dem genetischen Material der Tiere, die heute im Alpenraum leben.

Am 19. September jährt sich Ötzis Fund zum 25. Mal. Ein Paar aus Nürnberg hatte die Gletschermumie 1991 in den Ötztaler Alpen an der italienisch-österreichischen Grenze entdeckt. Die etwa 5300 Jahre alte Mumie liegt im Archäologiemuseum in Bozen. Wissenschaftler untersuchen die Mumie immer wieder auf andere Aspekte hin, die Aufschluss über das Leben in der Kupferzeit geben sollen.