Eine neue Studie belegt: Offshore-Windparks erzeugen mehr und zuverlässiger Strom, als bislang angenommen. Könnten wir jetzt nicht viel mutiger allein auf Wind- und Sonnenenergie setzen? Das haben wir unseren Energieexperten Jürgen Döschner gefragt.

Allein die Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee produzieren an 363 Tagen des Jahres Energie. Die Studie des Instituts Fraunhofer IWES hebt darauf ab, dass insbesondere Offshore-Windkraft sehr zuverlässig bei der Stromerzeugung ist - also die Windräder, die im offenen Meer stehen. 

"Das Problem: Die Ressourcen sind stark begrenzt. Man kann nicht die Nordsee komplett mit Windrädern zupflastern."

Der Anteil der Offshore-Windkraft in Deutschland ist sehr gering, er liegt bei unter zehn Prozent der gesamten Windkraft. Wir sind also noch weit davon entfernt, dass diese Anlagen auch nur die Hälfte des Strombedarfs in Deutschland decken könnten. Das wird wahrscheinlich auch nie passieren.  

"Da können die Windräder im Meer sich noch so zuverlässig drehen, wir brauchen die anderen erneuerbaren Energien auf jeden Fall."

Außerdem sind die Offshore-Windparks auch ein Umweltproblem: Tiere werden durch Bau- und Wartungsarbeiten gestört. Zudem ist es wesentlich teurer, ein Windrad im offenen Meer zu installieren als auf dem Land.

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Grundsätzlich gilt bei der Stromerzeugung: Je näher das Kraftwerk bei den Verbrauchern ist, desto besser. Denn die Verluste beim Stromtransport sind so geringer, und es werden weniger Leitungen benötigt. Das spricht auch dafür, die Windräder auf dem Land zu verteilen, näher bei den Verbrauchern. 

"​Der Mix macht's. Wir müssen auch die Solarkraft ausbauen. Sie ist günstiger zu installieren und weniger umweltschädlich."

In Zusammenhang mit Windrädern wird immer wieder über getötete Vögel diskutiert und über die Beeinträchtigung von Anwohnern durch Geräusche oder Schattenwurf. Als Gegenstück zu den riesigen Windrädern gibt es verschiedene kleinere Varianten: Windräder, die vertikal laufen, die man sich aufs Dach bauen kann, die zum Teil sogar ohne Rotoren funktionieren sollen. Viele Innovationen, die noch nicht ganz marktreif sind, sind auf dem Weg. 

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