Verlierer! Heißen im Amtsdeutsch Menschen, die was auf dem Oktoberfest liegen lassen. Im Wiesn-Fundbüro lagern nicht nur haufenweise Handys und Uhren, sondern auch Gebisse, Lederhosen und ein Rollstuhl.

Er stand Anfang dieser Woche auf einmal am Riesenrad und gibt seitdem Rätsel auf: ein Rollstuhl. Die Betreiber des Riesenrads auf dem Münchner Oktoberfest sagen, der Rollstuhlfahrer sei mit dem Gefährt in eine der Gondeln gefahren und habe sie nach der Fahrt ohne Rollstuhl wieder verlassen.

Die Wunderheilung von der Wiesn?

Edeltraut Dietl kann sich auch nicht erklären, wie jemand seinen Rollstuhl vergessen kann - aber die Teamleiterin des Fundbüros auf dem Münchner Oktoberfest ist kuriose Fundstücke gewohnt. Unter den Tischen in den Bierzelten zum Beispiel werden häufig Gebisse gefunden.

"Gebisse, Ballettröckchen, ein Batmankostüm - jedes Jahr sind Dinge dabei, bei denen man sich fragt, wie das eigentlich auf die Wiesn kommen kann."
Edeltraut Dietl über Fundstücke auf der Wiesn

Edeltraut Dietl und ihre 20 Kollegen bewahren die Fundstücke einige Tage auf, dann geben sie die Handys, Brillen, Schlüssel oder eben Gebisse an das Hauptfundbüro der Stadt München weiter. Bei zuletzt rund sechs Millionen Besuchern auf der Wiesn kommt da jedes Jahr einiges zusammen.

Edeltraut Dietl arbeitet schon seit 15 Jahren im Fundbüro auf dem Oktoberfest und hat in dieser Zeit so einige "Verlierer" glücklich gemacht - wie im Amtsdeutsch die Menschen heißen, die etwas auf der Wiesn liegen lassen.