Es wird gepanscht und es wird um die Marktführerschaft gestritten - auf der Strecke bleibt die Qualität des Olivenöls. Wie Verbraucher gutes Öl von billiger Plörre unterscheiden können.

Kalt gepresst. So scheint zurzeit das Verhältnis zwischen Italien und Spanien zu sein - die beiden Länder streiten sich über Olivenöl. Das spanische Unternehmen DeOleo verkauft weltweit jeden fünften Liter Olivenöl, auch bekannte italienische Marken gehören der Firma. Vor wenigen Wochen wollten Italiener den Marktführer übernehmen. Die spanische Politik protestierte. Für beide Länder ist die Olivenbranche ein wichtiger Arbeitgeber und Einnahmequelle.

"Wenn der Preis sehr niedrig ist, muss man schon sehr skeptisch sein. Oft gilt die Regel: Je mehr Informationen, ich auf dem Etikett habe, umso besser ist die Qualität des Olivenöls."
Christian Gertz, Lebensmittelchemiker

Dazu kommt noch die Debatte um Panschereien beim Olivenöl. In der letzten Woche hatte das Magazin "Der Stern" berichtet, dass eine toskanische Firma unter dem Verdacht stehe, in großem Stil Olivenöl unterschiedlicher Herkunft als italienisches Öl etikettiert und minderwertige, teilweise sogar ranzige Öle zusammengemischt und als Spitzenqualität verkauft zu haben.

Was tun? Lebensmittelchemiker Christian Gertz gibt folgende Tipps:

  • Man kann dem Olivenöl seine Qualität nicht ansehen. Schmecken lässt sich schlechtere Qualität leider auch nicht immer.
  • Vorsicht bei billigem Olivenöl - gutes Olivenöl gibt es ab zehn Euro pro 0,7-Liter-Flasche zu kaufen.
  • Wenn auf dem Etikett Anbaugebiet und Olivensorte angegeben werden, ist das Öl meistens gut. Grundsätzlich gilt die Regel: Je mehr Informationen auf dem Etikett, desto besser.
  • Für den Verbraucher ist es nahezu unmöglich, spanisches von italienischem Olivenöl zu unterscheiden.