Endlich komplexe Themen mit ihren verschiedenen Aspekten verstehen, das wollte Julia Köberlein und hat das Onlinemagazin "Der Kontext" entwickelt.

Weil wir täglich mit Informationen durch die verschiedensten Medien überflutet werden, meist aber trotzdem Themen nicht durchdringen und begreifen, hatte Julia Köberlein schon während ihres Studiums die Idee zu einem Magazin mit Hintergrundinformationen. Julia hält diese Hintergrundinfos wichtig, um Themen begreifen zu können. Dazu gehört für Julia, die Perspektiven aus verschiedenen Ressorts auf Themen. "Der Kontext" stellt in einer Art "Google-Map für komplexe Themen" visuell die unterschiedlichen Gesichtspunkte dar und stellt Zusammenhänge her.

"Uns interessieren aktuelle Themen wie TTIP, Flüchtlinge in Europa oder der Syrien-Krieg, die nicht so einfach zu erklären sind und die sehr viel Hintergrundwissen benötigen, um die Zusammenhänge zu begreifen."
Julia Köberlein, Gründern des Onlinemagazins "Der Kontext"

Während ihres Masterstudiums Editorial Design an der Züricher Hochschule der Künste hat sie das Konzept entwickelt, dass ursprünglich noch auf ein Printmagazin ausgerichtet war. Mit Bernhard Scholz hat sich Julia gemeinsam Mitte 2014 auf ein Stipendium beworben, um den ersten Prototypen zu entwickeln. Dabei haben die beiden festgestellt, dass sich ihre Idee zu einem Hintergrundmagazin besser online umsetzen lässt.

"Wenn man "Der Kontext" nutzt, so ist auch das Feedback, das wir bekommen, macht es halt auch Spaß, dass man immer tiefer eintaucht."
Julia Köberlein, Gründern des Onlinemagazins "Der Kontext"

Für die technische Entwicklung haben sich die beiden Erich Seifert geholt, ebenfalls ein ehemaliger Studienkollege. Grundsätzlich würden zwar alle alles machen, aber Bernhard sei mehr auf den redaktionellen Teil spezialisiert, während Julia sich hauptsächlich um die Gestaltung kümmert.

Hinter jedem Kreis auf der Karte verbergen sich Informationen und weiterführende Links.
Hinter jedem Kreis auf der Karte verbergen sich Informationen und weiterführende Links.

Die erste Ausgabe des Magazins "Der Kontext" haben sie per Crowdfunding finanziert. Die Crowd durfte auch über das erste Thema abstimmen und hat sich für TTIP entschieden.

"Man kann "Der Kontext" bedienen wie ein Online-Navigationstool. Ich als Nutzer kann dann an der Stelle, die mich besonders interessiert, tiefer eintauchen, und wenn ich Zeit und die Muse habe, auf Entdeckungsreise gehen."
Julia Köberlein, Gründern des Onlinemagazins "Der Kontext"

Um das Thema TTIP aufzubereiten, hat die Redaktion Interviews mit Experten, Politikern, Lobbyverbänden und NGOs geführt. Diese Experteninterviews "geben den unterschiedlichen Positionen eine Stimme", sagt Julia. Die interaktive Navigationskarte wird mit diesen unterschiedlichen Stimmen ständig erweitert. Gerade bei TTIP, das nicht Julias Lieblingsthema war, hat sie festgestellt, wie viele Aspekte in der öffentlichen Diskussion untergehen und wie wenig transparent das ganze Abkommen ist.

Nächstes Thema: Syrien-Krieg

Das nächste Thema ist schon in der Pipeline: Der Krieg in Syrien, das Thema wurde von der Crowd auf Platz 2 gewählt. Die Inhalte sollen per Mitgliedschaft finanziert werden, um auch eine engere Anbindung an die Leser zu haben, die wieder über die Themenauswahl abstimmen dürfen. Pro Monat soll ein Thema umgesetzt werden.