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Stationärer Handel vs. Onlineshop: Was ist nachhaltiger? Es kommt auf die Umstände an, denn tatsächlich ist der Online-Handel kein genereller Klimasünder. Das belegt ein Studienprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Ab Mitwoch (16. Dezember 2020) ist wieder Lockdown – der große Gewinner dürfte der Onlinehandel sein. Per se ist das aber kein Klimakiller. Eher im Gegenteil: Die Autoren der Studie “Ökologisierung des Onlinehandels“ stellen in der Mehrzahl eine “Vorteilhaftigkeit des Onlinehandels gegenüber dem stationären Handel“ fest. Heißt konkret: Onlineshopping könnte sogar unter Umständen nachhaltiger sein. Das ist aber nur eine grobe Aussage, da es eine riesige Spannbreite bei der Klimabilanz abhängig von konkreten Produkten gebe, sagt Deutschlandfunk Nova-Reporter Michael Gessat.

"Ob wir online oder im Geschäft einkaufen, ist nicht so entscheidend für unsere Klimabilanz."
Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts
Transport und Verpackung sind laut der Studie die relevantesten Punkte, an denen die Nachhaltigkeit abgewägt werden kann. Im Postauto fährt zwar im Zweifel ein Paket mit viel Luft und wenig Artikel mit, aber auch beim Einkauf in der Stadt müssen wir ja irgendwie hin und zurück. Und wenn es in die City gehen soll, dann natürlich lieber mit Bus und Bahn, zu Fuß oder dem Fahrrad – einen Kühlschrank oder unseren neuen Flachbild-Fernseher mit dem Rad zu transportieren, wird aber oft eine knifflige Sache. Das Elektro-Lieferfahrzeug auf der “letzten Meile“ zur Packstation könnte bei der Umweltbilanz oft besser abschneiden.

Verpackungen: Viel Luft nach oben

Bei den Verpackungen wäre es besonders vorteilhaft, wenn alles in der Originalverpackung versendet werden würde, also ohne einen riesigen Umkarton. Eine andere Alternative: Transportverpackungen, die wieder zurückgeschickt werden könnten, damit nicht alles nach der ersten Benutzung im Altpapier landet. Auch der Energieverbrauch von Läden spielt eine Rolle. Die riesigen Lagerhallen einiger Online-Shops haben immense Effizienzvorteile, was den Verbrauch von Strom und Heizung angeht.

Der eigentlich bedeutendste Punkt: die Produktherstellung, berichtet auch golem.de. Bis zu drei Viertel der Treibhaus-Emissionen entstehen alleine bei der Herstellung. Die Studienautoren stellen das insbesondere bei Textilien und Elektrogeräten fest. Der Tipp des Umweltbundesamts: Umweltfreundlich hergestellte und langlebige Produkte kaufen – eine Sache, die je nach Produkt sehr stark variieren kann.

Die Tipps beim Abwägen: Online vs. stationär

  • Das Transportmittel: Kann ich das Produkt auch zu Fuß besorgen?
  • Die Verpackung: Bekomme ich mein Produkt auch in der Originalverpackung?
  • Die Herstellung: Wie nachhaltig wurde das Produkt eigentlich produziert?
  • Das Produkt: Was kaufe ich da eigentlich?