Das Problem ist möglicherweise so alt wie die Erfindung des Kleiderschranks: Wenn wir morgens vor Stapeln von Klamotten stehen, haben wir erst mal keinen Plan, was wir anziehen sollen. Noch schwieriger ist es, wenn wir die passende Kleidung für verschiedene Aktivitäten suchen – etwa wenn wir nach der Arbeit noch feiern wollen.

Wer morgens seinen Kleiderschrank scannt, muss verschiedene Aufgaben lösen. Spagat 1: Anforderungen von Außen vs. persönliche Vorlieben. Spagat 2: Unterschiedliche stilistische Anforderungen von verschiedenen Aktivitäten an einem Tag.

Problem 1: Anforderungen vs. persönliche Vorlieben

In manchen Firmen gilt es, mit Bluse oder Hemd und Anzugjacke, Pumps oder Schnürschuhen aus Leder zu erscheinen. Für andere Büros wäre so ein Outfit viel zu förmlich: In vielen Unternehmen ist es üblich, dass Mitarbeiter in Hoodie, Langarm-Shirt, Jeans und Sneakern zur Arbeit kommen. Gleichzeitig wollen viele von uns ihrem eigenen Stil treu bleiben. Anderen wiederum ist es vor allem wichtig, dass die Klamotten, die sie anhaben, angenehm zu tragen sind und sie sich darin wohlfühlen.

Problem 2: Stilistische Vereinbarkeit von Terminen

Wer zudem unterschiedliche Termine geplant hat, zwischen denen er sich nicht umziehen kann, möchte etwas tragen, das zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichen Veranstaltungen gut funktioniert – beispielsweise im Büro und beim anschließenden Geschäftsessen im Restaurant oder später auf einer Party mit Freunden.

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"Die klassische Handtasche stirbt aus. Also die Tasche, die die Frau nur herumträgt mit den wesentlichen Dingen wird abgelöst durch eine Arbeitstasche oder etwas rucksackähnlichem oder einen großen Beutel."

Welche Auswirkungen ein voller Terminkalender auf Mode hat und wie sich bestimmte Herausforderungen auf unseren Kleidungsstil auswirken, kann man anhand der Handtasche gut sehen, sagt die Wirtschaftspsychologin Petra Jagow. Die klassische Handtasche stirbt nämlich aus, meint sie. Frauen würden mittlerweile eher etwas rucksackähnliches, einen großen Beutel oder eine größere Tasche nutzen. Dort ließen sich beispielsweise Dokumente, Wasserflaschen oder auch Selbstgekochtes fürs Mittagessen gut unterbringen.

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Instagram und persönliche Tagesform wirken sich auf unsere Klamottenwahl aus

Auch die eigene Laune kann morgens bei der Klamottenwahl eine große Rolle spielen. An manchen Tagen fühlen wir uns vielleicht nicht so richtig wohl in unserer Haut. Dann fällt es uns möglicherweise auch schwerer, ein Outfit zu finden, das uns gefällt. Das Problem haben viele Frauen zum Beispiel rund um ihre Periode, sagt die Psychologin Petra Jagow. Sie geht aber auch davon aus, dass Männer genauso ihrer psychischen Tagesform ausgeliefert sind, wenn sie etwas Passendes aus dem Schrank ziehen müssen.

Auch die Sozialen Medien haben ein Einfluss auf unser Auswahlproblem, sagt unsere Reporterin Krissy Mockenhaupt. Auf Instagram beispielsweise präsentierten viele Userinnen und User ihre akribisch sortierten und durchdachten Kleiderschränke und ihre perfekt gestylten Outfits. Das könne uns zusätzlich unter Druck setzen.

"Wenn man mit einem Outfit gut durch den Tag gekommen ist und sich auch in verschiedenen Situationen wohlgefühlt hat, dann weiß man: Das war eine gute Kombi! Ich hänge das meistens auch wirklich zusammen auf einen Bügel."
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Tipps für zeitsparende Klamottenauswahl:

Petra Jagow gibt Tipps, wie wir uns die Qual der Wahl erleichtern können. Sie selbst zum Beispiel merkt sich Outfits, die gut für sie funktioniert haben, indem sie die Bestandteile gemeinsam im Schrank aufbewahrt. Außerdem sollten wir...

  • ... planen: abends komplette Outfits aussuchen und rauslegen,
  • ... reduzieren: möglichst alles wegpacken oder aus dem Schrank aussortieren, das wir aktuell nicht tragen,
  • ... umsortieren: Klamotten nicht nach Kategorien sortieren, sondern auch komplette Outfits in den Schrank hängen,
  • ... und unsere Impulse kontrollieren: keine Frust- oder Lust-Käufe, lieber nach Bedarf einkaufen.