"Dringend. Suche Spenderniere. Blutgruppe A negativ, zwischen 18 und 45 Jahren." Roel Marien brauchte einen Organspender - und weil es eilig war, suchte er bei Facebook. Ganz so einfach geht es aber nicht mit den neuen Organen.

Weil die Wartelisten für Organspender sehr lang sind, suchte der belgische Familienvater Roel Marien einfach auf eigene Faust nach einer Spenderniere. Per Facebook-Post. Weil der Post sehr oft geteilt wurde, meldeten sich innerhalb eines Monats acht mögliche Spender. "Möglicherweise wäre auch eine passende Niere dabei gewesen, aber die Ärzte haben sich vorerst gegen die Transplantation entschieden", sagt Netzjournalist Andreas Noll

Unfaire Organspende über Facebook?

Der ärztliche Direktor der zuständigen Klinik in Belgien meint, dass diese Art der Suche nach einem Spenderorgan unfair sei. Denn wer sich in sozialen Medien am besten vermarkten könne, habe die größten Chancen auf ein Organ. Bis es keine gesetzliche Regel für Organspenden von Facebook-Freunden gibt, soll nicht operiert werden.

"Die Uniklinik in der Hauptstadt Amsterdam sagt, ihr sei es egal, wie der Kontakt zwischen Spender und Empfänger zustande gekommen ist."
Andreas Noll, Netzjournalist

Anders sieht man das in den Niederlanden - letztes Jahr hatte ein Mann dort ebenfalls eine Niere über Facebook gefunden, die dieses Jahr transplantiert wurde. In welchem Krankenhaus ist geheim. Ein Sprecher der Uniklinik Amsterdam hat sich aber zu dem Fall geäußert. Wie er der Evangelischen Presseagentur sagte, könnte das Online-Suchen auch für andere einen positiven Effekt haben, weil diese Patienten nicht auf die übliche Liste kommen und so die Zeit für andere verkürzen.

  • Leiden sortiert | In Leiden, Niederlanden, hat die Stiftung Eurotransplant ihre Zentrale. Sie entscheidet, wer ein Spenderorgan bekommt. Einhundert-Reportage zum Thema