Nur noch Rohkost, kein Getreide mehr, keine Milchprodukte - weil man sich besonders gesund ernähren will. Verliert man dabei das Maß aus den Augen, wird es krankhaft und zur Orthorexie - eine Form von Essstörung.

Wer sich nur noch von Rohkost oder nur noch mit einem bestimmten Gemüse ernährt, hat ein Problem, das eventuell krankhafte Züge annimmt: Orthorexie. Die Psychologin Friederike Barthels erklärt, dass die Betroffenen sich zwar gesund ernähren wollen, aber ausschließlich nach ihren eigenen Kriterien. Ebenfalls als krankhaft bezeichnet die Psychologin, wenn Menschen beispielsweise sehr viele Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten zu sich nehmen, weil sie denken, dass vielleicht nicht genug Vitamine in den Lebensmitteln drin sind.

568 Likes, 5 Comments - Sophie (@thestrengthenedsophie) on Instagram: "Winner winner yummy but very late dinner! I literally got home at 7:20 and whipped this up in maybe..."
Winner winner yummy but very late dinner! I literally got home at 7:20 and whipped this up in maybe 10 minutes because the hanger was real! Lemon pepper tempeh + green beans and carrots (more eaten) and one huge white sweet potato cut and baked into fries and topped with guacamole 🙌🏼#dinner#protein #carbs #balance #balancednotclean #fitfood #fitfoodie #foodie #intuitive #strongnotskinny #stongisthenewskinny #stongnotweak #eatittobeatit #orthorexia #recovery #bbg #bbggirls #gains #girlgains #carbup #realrecovery #edrecovery #thekaylamovement #lgaccountability #plantbased #healthydinner #meatlesseats #vegan #healthy

Betroffen von Orthorexie seien vor allem jüngere Menschen, darunter sind zwei Drittel Frauen. Die Grenze von "normal" zu krankhaft ist fließend. Wenn aber aus dem Wunsch nach vermeintlich gesunder Ernährung ein Zwang wird, dann handelt es sich um eine Essstörung wie Anorexie oder Bulimie. Dieser Zwang schränkt den Alltag der Betroffenen ein, weil sie beispielsweise nicht mehr mit Freunden ins Restaurant essen gehen. Langfristig können sich auch körperliche Beschwerden durch die einseitige Ernährung einstellen wie Mangelerscheinungen oder Gewichtsverlust.

"Man merkt das wahrscheinlich irgendwann auch selber, dass man eben das Gefühl hat: Na ja, ich habe eigentlich mein Ziel erreicht, ich lebe jetzt gesünder, aber es fühlt sich immer noch nicht gut an. Und das ist der Punkt, wo es problematisch wird, wo man Hilfe suchen sollte."
Friederieke Barthels, Psychologin

Wer Hilfe sucht, hat es aber noch schwer, weil viele Psychologen sich mit dem Krankheitsbild noch nicht so gut auskennen. Friederike Barthels rät auch, Ernährungsberater aufzusuchen. Wer wissen möchte, ob sein Essverhalten noch "normal" ist, kann sich bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an den zehn Regeln für eine vollwertige Ernährung herausgegeben.

"Es ist vollkommen in Ordnung, wenn man sich einmal etwas gönnt, mal mehr isst, mal Süßigkeiten und Chips - eben alles, was es an leckerem ungesunden Essen gibt, zu sich nimmt."
Friederieke Barthels, Psychologin

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