Wangerooge – eine kleine Insel in Ostfriesland. 9 Kilometer lang, 2 km breit, knapp 1300 Einwohner und ein Traum für alle Fahrradfahrer: Autos fahren auf der Insel nämlich keine. Und auch für alle Kleingeld-Hasser könnte die Insel bald Urlaubsziel Nummer eins sein. Denn: Die einzige Bank der Insel will das Kupfergeld abschaffen. Ade, liebe 1, 2 und 5-Cent Münzen!

Das ist schon so eine Sache mit den kleinen Münzen. Auf der einen Seite sind sie furchtbar lästig, machen den Geldbeutel dick und sind fürchterlich schwer. Aber darauf verzichten und die zwei, drei Cent auf dem Ladentisch liegen lassen? Nein, kommt gar nicht in Frage! Von diesem Problem können sich die Leute auf der Nordseeinsel Wangerooge bald verabschieden, denn ihnen werden bald keine Kupfermünzen mehr geliefert. Die Begründung: Es sei einfach viel zu aufwendig, das Kleingeld auf die Insel zu schaffen, sagt Martin Schadewald, Vorstand der Volksbank Jever.

"Wir müssen Rollengeld auf die Insel bringen und das Geld dann in Säcken in zweistelliger Tonnenzahl jedes Jahr wieder von der Insel fahren – und das als einzig verbliebene Bank auf der Insel."
Martin Schadewald, Volksbank Jever

Bank: Kupfergeld muss weg

Der Transport des Kupfergeldes ist aufwendig und kostspielig. Einen regelmäßigen Schiffsverkehr gibt es wegen der Gezeiten nicht. Deshalb muss das Kleingeld per Flugzeug geliefert werden, erzählt Martin Schadewald. Insgesamt sind das pro Jahr etwa zehn Tonnen an Kupfergeld. Eine mögliche Lösung für das Problem: Supermärkte müssten ihre Preise anpassen. An der Kasse würde bei krummen Preisen einfach auf- oder abgerundet werden, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Krinner.

"Sie müssen ihre Preise anpassen, wie die Niederländer. Wenn ich da in einen Supermarkt gehe und für – sagen wir mal 10,98 Euro – einkaufe, dann bezahle ich 11 Euro."
Martin Krinner, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Den Versuch hat es in Deutschland aber schon mal gegeben: in Kleve. Anfangs waren die Händler begeistert, aber dann hätten sich die Kunden zu oft beschwert, erzählt Achim Zirwes, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes in Kleve.

"Auf die Erklärung, dass sich das auf Dauer ausgleicht, haben viele gesagt: Mag ja so sein, aber ich will trotzdem mein Geld zurück. Wenn sie mehr zurückbekamen, haben sie sich natürlich nicht beschwert."
Achim Zirwes, Einzelhandelverband Kleve