Osttimor ist ein wunderschönes Land - mit Traumstränden und nur wenigen Touristen. Aber an Infrastruktur fehlt es noch, darum ist es nur für erfahrene Backpacker zu empfehlen, sagt Alexandra Leininger, die seit acht Monaten dort lebt.

Alexandra hat es gut: Sie hat einen Geländewagen, mit dem kann sie sich auf der Insel fortbewegen. Die Straßen sind nicht sonderlich gut ausgebaut in Osttimor. Und ein wirkliches Busnetz gibt es nicht.

Wer also Osttimor entdecken will, der muss schon ein bisschen Abenteuerlust mitbringen. Dafür gibt es dann aber türkisblaues Meer und Korallenriffe, unverbaute Sandstrände und ein bergiges Hinterland zu entdecken. Ein Land eben, in dem der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat.

Strand, Sand und ein kleiner Boot im Meer.
© Alexandra Leininger
Strand im Osten Timor-Lestes mit der Insel Jaco im Hintergrund.
"Bali ist nur eine Flugstunde entfernt. Da pferchen sich die Leute wie die Sardinen am Strand. Hier bekommst du wirklich noch unberührte Strände, die teilst du vielleicht mit ein paar Kühen oder Ziegen."
Alexandra Leininger, lebt seit acht Monaten in Osttimor

"Schaut euch das Land an, solange es noch nicht von Touristen überlaufen ist", sagt Alexandra. Sie lebt mit ihrem Mann seit acht Monaten dort und arbeitet für eine Nichtregierungsorganisation (NGO). 

Osttimor - eigentlich Demokratische Republik Timor Leste - liegt im Osten der Insel Timor, zwischen Australien und Indonesien, und ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Rund eine Million Menschen leben in dem Inselstaat, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 26 Jahre.

Späte Unabhängigkeit

Lange Zeit - von 1975 bis 2002 - war Osttimor unter indonesischer Besatzung. Hunderttausende starben bei Bürgerkriegen und Unruhen. Vor der Besatzung war Osttimor portugiesische Kolonie.

Portugiesisch ist immer noch Amtssprache auf der Insel, die meisten Menschen sprechen aber Tetum, sagt Alexandra. In der Hauptstadt Díli kommt man mit Englisch gut voran. Im Bergland wird es aber auch für Alexandra schwierig mit der Verständigung - die Leute dort sprechen viele verschiedene Sprachen und Dialekte.

Blick auf einige Hütten in den Bergen Osttimors.
© Alexandra Leininger
Ein typisches Dorf in den Bergen Osttimors.

Alexandra findet es unglaublich faszinierend, wie vielfältig dieses recht kleine Stückchen Land doch ist: Palmen, Sandstrand, Meer - aber "man ist auch ruckzuck in den Bergen". Da ist es kühler, abends braucht man warme Kleidung. Die meisten Menschen dort leben von Landwirtschaft und Reisanbau.

Dass sie selbst im Vergleich zu den Timorern "reich" ist, ist Alexandra bewusst. Die Mehrheit der Bevölkerung Osttimors hat pro Tag weniger als einen Dollar zum Leben zur Verfügung.

Noch ein Jahr etwa will Alexandra in Osttimor bleiben. Sie hat zwar auch vorher schon Entwicklungsländer besucht, aber noch nie dort gelebt: "Das schärft schon die Wahrnehmung von vielen Dingen, die zu Hause ganz selbstverständlich sind", sagt sie.