DHL, GLS, DPD, Hermes und so weiter. Die Transporter der Paketdienste verstopfen gerade wieder die Straßen. Klar: Weihnachten ist Päckchenzeit. Die Paket-Karawane rollt wieder durch die Städte. Dabei ist das schon lange kein Problem mehr, dass wir nur im Dezember erleben dürfen.

Online-Shopping ist super. Jederzeit verfügbar, wir können entspannt Angebote vergleichen, klicken auf Kaufen und ein bis drei Tage später wird geliefert. Heute werden mehr als 2,7 Milliarden Pakete verschickt - und die werden in etwa 16.000 Paketautos über unsere Straßen gekarrt. Das ist ein wahnsinniges Verkehrsaufkommen. Gerade zu Weihnachten.

"In der Weihnachtszeit knubbelt sich der Päckchenwahnsinn ganz besonders."
Jörg Brunsmann, Wirtschaftsjournalist, über den Päckchenwahnsinn

Eine Milchmädchenrechnung: In einen Transporter passen so ungefähr 200 Pakete. Würde jeder von uns stattdessen in die Stadt für einen Großeinkauf fahren und im Schnitt fünf Päckchen-Füllungen kaufen, wären pro Pakettransporter 40 Autos zusätzlich auf den Straßen unterwegs. Die Transporter sind also theoretisch eine gute Sache. Wenn sie denn wirklich Verkehr von den Straßen runterholen würden.

Mehr Verkehr durch Mehrfachfahrten

"Die Rechnung stimmt natürlich nur, wenn wir alle sonst zu Weihnachten nicht mehr mit dem Auto in die Stadt fahren würden", sagt DRadio-Wissen-Reporter Jörg Brunsmann. Machen wir aber trotzdem, shoppen, Weihnachtsmarkt, die schweren Sachen lassen wir vom Paketboten liefern. "Und wenn wir Pech haben, dann klingelt der Paketbote genau in dem Moment, wo wir auf dem Weihnachtsmarkt stehen und Glühwein trinken." Das heißt: Noch mehr Verkehr, weil alles zwei- oder dreifach durch die Gegend gefahren wird.

Für die Fahrer ist das auch ziemlich großer Mist, wenn sie für ein Paket mehrmals fahren müssen. Teilweise bekommen die nämlich nur ihr Geld, wenn sie das Paket tatsächlich zustellen. "Da hat sich teilweise so eine merkwürdige Subkultur entwickelt", sagt Jörg Brunsmann. "Dann machen die Fahrer unter der Hand einen Deal mit dem Kiosk nebenan - der bekommt ein paar Euro, wenn er da die Pakete lagert und wir die bei ihm abholen können."

Zumindest für diese Mehrfachfahrten arbeiten die Lieferdienste an Lösungen. Amazon experimentiert mit der Paket-Drohne, bei DHL können Pakete an eine Packstation geliefert werden oder wir können uns zu Hause eine - sauteure - Paketbox installieren. Und dann gibt es die Idee der Kofferraumzustellung: Der Paketbote weiß, wo euer Auto steht, hat einen Universalschlüssel und platziert die Lieferung im Kofferraum.