Das Risiko, sich beim Beeren- oder Kräutersammeln den Fuchsbandwurm zu holen, ist relativ gering. Wer gerne mit dem eigenen Hund schmust, ist gefährdeter, weil die Wurmeier im Fell oder auf der Schnauze hängen können.

Das Tückische am Fuchsbandwurm: Wir spüren erst 15 bis 20 Jahre später, dass er in uns steckt. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zeigen sich die Symptome. Der Fuchsbandwurm greift die Leber an, Patienten haben Bauchschmerzen und es zeigen sich Symptome einer Gelbsucht. Das einzig Gute ist, dass das nicht so häufig vorkommt: Pro Jahr gibt es nur rund 50 Neuerkrankungen in Deutschland. In den meisten Fällen kann der Körper die Infektion abwehren. Wer einen Hund hat, sollte aber trotzdem vorsichtig sein und auf Hygiene achten.

"Auch der Hund schnüffelt in der Landschaft herum und kann die Eier an seinen Schnurrhaaren oder an seinem Fell haben. Hemmungslos mit dem Tier zu schmusen, kann dazu führen, dass die Eier im Gesicht verteilt werden."

Viele von uns kennen die Warnung noch aus Kindertagen: Du darfst nicht die Beeren sammeln, die unten am Strauch sind, da könnte der Fuchs drauf gepinkelt haben. Tatsächlich sind die Wurmeier nicht im Urin des Fuchses, sondern im Kot.

Ein einziges Wurmei reicht aus, um sich anzustecken

Wer einen Hund hat, kennt das unentwegte Geschnüffel an den Hinterlassenschaften anderer Vierbeiner. Hunde, die viel in Parks oder im Wald unterwegs sind, finden auch schon mal einen Fuchshaufen, an dem sie mal riechen wollen. Dabei können die Eier des Fuchsbandwurms auf die Schnauze oder ins Fell gelangen. Und übers Fell dann auf die Hände oder ins Gesicht des Besitzers. Theoretisch reicht ein einziges Wurmei aus, um an der Alveoläre Echinokokkose zu erkranken.

"Wer also trotz aller Entwarnungen der Experten zu 100 Prozent auf Nummer Sicher gehen will, der muss seine Lebensmittel auf mindestens 60 Grad erhitzen, das tötet die Eier."

Generell gilt: Am besten keine Beeren oder Kräuter sammeln, wo Weidetiere in der Nähe sind. Denn auch in deren Kot können sich Parasiten befinden. Gesammeltes mit Wasser abzuwaschen, hilft. Wer ganz sicher gehen will, müsste seine Wald- und Wiesenausbeute auf 60 Grad erhitzen. Das gilt nicht nur für Wildpflanzen, sondern auch für frische Salate und Beeren, die man im Supermarkt kauft.

Insektenspray und lange Kleidung

Neben Fuchsbandwürmer gibt es auch andere Parasiten, wie Zecken, die gefährliche Viren übertragen und dadurch eine Hirnhautentzündung verursachen können. Gegen die meisten Insekten oder Spinnentiere hilft es, sich vorher mit Insektenspray einzusprühen und langärmlige Tops und lange Hosen zu tragen. Nach dem Kräuterspaziergang sucht ihr den Körper zu Hause am besten auch noch mal nach Zecken ab. Je eher man sie entfernt, desto geringer ist das Risiko einer Infektion.

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