Papagei und Mensch sind schon völlig verschiedene Tierklassen. Damit die beiden sich gut verstehen, gibt es ein spezielles Training.

Die Verhaltensberaterin Hildegard Niemann hilft, wenn's mit dem Vogel nicht mehr klappt. Viele Probleme, die zwischen Tier und Mensch auftreten, sind häufig haltungsbedingt, erklärt die Papageien-Expertin. Sie kommt zu Halter und Vogel nach Hause und schaut sich alles genau an.

"Jeder Vogel hat einen eigenen Anspruch an seine Haltung."
Hildegard Niemann, Biologin und Papageien-Expertin

Der Käfig ist wie ein Kinderzimmer, erklärt die Hildegard Niemann. Wenn dort reichlich Spielzeug vorhanden ist - abgestimmt auf die Art - dann kann sich der Vogel wohlfühlen. Ansonsten mögen Papageien den Freiflug in der Wohnung.

"Kein Vogel sollte nur im Käfig sitzen."
Hildegard Niemann, Biologin und Papageien-Expertin

Zu Konflikten zwischen Vogel und Mensch komme es vor allem dann, wenn der Halter Elemente aus der Hundeerziehung in die Papageienerziehung integriere. Dem Papagei etwas zu verbieten wie einem Hund, bringe nichts, weil der Papagei das nicht verstehe.

Papageien, sagt Hildegard Niemann, seien vergleichsweise so intelligent wie ein sechsjähriges Kind. Graupapageien könnten beispielsweise rechnen oder in Kategorien einteilen.

"Die meisten Papageien sind sehr manipulativ. Sie sind im Grunde genommen der Boss der Familie. Vielfach ist es so, dass der Papagei den Halter trainiert und nicht umgekehrt."
Hildegard Niemann, Biologin und Papageien-Expertin

Und noch etwas erklärt uns die Papageien-Expertin: Die Vögel imitieren Töne, nicht Worte. Was sie nachplappern, verstehen sie nicht. Sie merken sich aber sehr wohl, wenn auf ihr Geplapper eine Reaktion erfolgt. Diese Aufmerksamkeit lieben die Vögel und wiederholten deshalb den Ton.