US-Forscher haben untersucht, ob es für Patienten einen Unterschied macht, ob ihr Arzt ein Mann oder eine Frau ist. Ergebnis: ja. Bei männlichen Ärzten gibt es mehr Todesfälle.

Vielleicht sind Frauen die besseren Ärzte? Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit laut einer jüngsten Studie nach einer Behandlung einer Ärztin zu sterben, etwas geringer als nach der Behandlung durch einen Arzt. Die Forscher betonen aber, dass es sich um eine "Beobachtungsstudie" handelt, dass also kein absolut kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden kann.

Frauen halten sich eher an Leitlinien

Der Unterschied in der Sterberate sieht auch zunächst nur sehr gering aus: Die Wissenschaftler beziffern die Sterberate bei weiblichen Ärzten auf ein bisschen über elf Prozent - bei männlichen Ärzten auf knapp 11,5 Prozent. Untersucht hatten sie die Daten von eineinhalb Millionen Patienten über 65 Jahren. Konkret wurde geschaut, wie viele von ihnen in einer Spanne von 30 Tagen starben, nachdem sie ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Rechnet man die Ergebnisse aber hoch, geht es aber um echt viele Menschenleben.

"Hochgerechnet würden von zehn Millionen Menschen über 65 Jahren 32.000 im Jahr weniger sterben, wenn sie von einer Frau behandelt worden wären."
Jenny Rieger, DRadio Wissen

In der Untersuchung der Patientendaten zeichnete sich ein weiterer interessanter Unterschied ab. Die Patienten von Ärztinnen wurden weniger oft ein zweites Mal eingeliefert. Als mögliche Gründe dafür wird genannt, dass sich Frauen eher an Leitlinien für die Behandlung von Diabetes-Patienten und bei chronischem Herzversagen halten. Und auch was Präventivmaßnahmen angeht, also beispielsweise ein Brustkrebs-Screening, haben Ärztinnen bessere Quoten.