Im November will die App Peeple starten. Mit ihr können in Zukunft ganz normale Menschen bewertet werden, in etwa so wie Geschäfte bei Yelp. Die Idee kommt im Netz allerdings gar nicht gut an.

Zwischen blankem Entsetzen und Zynismus schwanken die Reaktionen im Netz auf die Ankündigung der Peeple-Macher ihre App im November an den Start zu bringen. Die Idee dahinter: Mit Peeple lassen sich bald Freunde, Kollegen, Chefs und Bekannte mit ein bis fünf Sternen bewerten - und zwar ohne, dass die sich dagegen wehren könnten.

Shitstorm für eine "gute" Idee

Das einzige was man benötigt: eine Telefonnummer. Dann kann es losgehen mit der Bewertung. Und egal ob die positiv oder negativ ausfällt - das einzige, was die zu bewertende Person erhält ist eine Nachricht, dass grade was über sie geschrieben wird. Ein Albtraum. Oder wie das Jezebel schreibt: "Willkommen im dritten Kreis der Hölle."

Die Macherinnen von Peeple sehen das natürlich ganz anders. Sie wollen mit ihrer App Gutes tun, sagen sie. Mit den Bewertungen wollen sie zum Beispiel Müttern helfen, einen guten Babysitter zu finden. Außerdem könnten Mamis die Freunde der eigenen Kinder auf Peeple online mal unter die Lupe nehmen.

"Peeple ist das Baby von zwei Blondinen: der kanadischen Marketing-Frau Julia Cordray und ihrer kalifornischen Mit-Gründerin Nicole McCullough."
Martina Schulte über die Peeple-Gründerinnen

Positive Bewertungen sollen dabei direkt online gehen. Rassistische, hetzerische und beleidigende Bewertungen sollen gelöscht werden. Negative Bewertungen mit zwei oder weniger Sterne würden erst nach einer Schonfrist von 48 Stunden veröffentlicht. In dieser Zeit erhält der oder die Bewertete eine Vorwarnung. Außerdem werden negative Bewertungen nach einem Jahr gelöscht.

Doch trotz der Erklärung der Gründerinnen: ihre Netzprofile werden gerade von einem ordentlichen Shitstorm heimgesucht. So viel Liebe, wie Julia Cordray und Nicole McCullough glauben, gibt es dann im Netz wohl doch nicht.